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Die Liebe zum Dichter  . . .

geht auch durch Kehle & Magen

Jean Paul & das Bier, ein unerschöpfliches Thema. Dabei hat er ebenso gerne Wein getrunken. Aber der Teil Oberfrankens, durch den der Jean-Paul-Weg führt, ist nun einmal Bierland und das süffige dunkle braune Bier hat mit oder ohne die Plakette ,Jean-Paul-Bier’ in den letzten Jahren bei diversen fränkischen Brauereien und ihren Kunden unzweifelhaft an Attraktivität gewonnen.

Was das Essen à la Jean Paul angeht, so haben z.B. die Bäckerei Lang in Bayreuth (dicht neben Groß-Station 120) seit längerem schon Pfeffernüssla und Spritzkuchen, eine Bäckerei in Sparneck Pfefferkuchen und im Bayreuther Land etliche Bäckereien ,Jean-Paul-Brot’ im Angebot. Siebenkäs ist inzwischen nicht nur als Romantitel bekannter geworden, sondern hat sich – neben Kartoffelspeisen – auch als ,Käsekombi’ bei entsprechenden Events seinen Namen verdient.

Und auch die Initiative Genussregion Oberfranken bemüht sich, die Gastronomie am Weg auf Geschmack à la Jean Paul zu bringen.
Kurz, der Dichter verhilft seiner Region langsam auch zu kulinarischem Renommee.

Geschäftsführer Ferdinand Reb von der Tourismuszentrale Fichtelgebirge geht zum Beispiel mit dem Schauspieler Peter Kampschulte vom Theater Hof als ,Jean Paul persönlich’ und mit der Food-Designerin Beate Roth (ehemals im Team Restaurant Schönblick in Fichtelberg) mit „Hoppelpoppel & Schnepfendreck“ und anderen „Literatur-Delikatessen“ auf die großen Tourismus-Messen und lädt so gezielt – und mit Erfolg – Reisejournalisten anderer Bundesländer ein, sich vom Reiz dieses besonderen Wanderangebots zu überzeugen.

Pünktlich zum Jubiläum 2025 kam dann von Food-Designerin Beate Roth das Buch zur literarischen Küche von Jean Paul auf den Markt: Jean Paul häppchenweise – eine Fundgrube nicht nur für Rezepte, sondern auch für viele Textzitate aus dem umfangreichen Werk von Jean Paul, der als Genießer, Beobachter und Satiriker dazu viel anzumerken hatte.

Die Dissertation ihrer Freundin Cosima Lutz zum exotischen Thema Aufess-Systeme – Jean Pauls Poetik des Verzehrs erschien schon 2007 als Buch – Vorsicht, da gibt es auch Exkurse zum Thema Kannibalismus!
Im Verlag ist es vergriffen, aber online noch zu haben.

Peter-Michael Tschoepe kontrastiert Jean Paul-Zitate mit Themen aus der ZEIT

Die Reichen solten statt des täglich Brods
in der Bitte um täglich Hunger bitten

Wenn man etwas gern essen will, so bringe man es in des Freundes Haus;
es schmeckt da besser als eignes und fremdes zugleich,
da es eben keines von beiden ist

Ich bin so an Freiheit gewöhnt, daß mir der Ruf zum Mittagessen unangenehm ist, weil ich gehorchen muß

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