Jean Paul persönlich
Dieses Kapitel ist – auch aus Fördergründen – erst später begonnen worden und daher erst „angelegt“. Basis ist natürlich auch hier der Jean Paul-Literaturweg selber mit seinen vielen grünen Zitattafeln und Großstationen, die auf der virtuellen oder Live-Wanderung Seele und Geist mit Überraschungen aus des Dichters überaus reichem Menschen-, Natur- und Weltbild-Schatz versorgen. Wir werden diesen Fundus erweitern und bis Herbst 2025 daran arbeiten, um Lesern, die unserem Dichter noch nie begegnet sind oder die glauben bzw. behaupten, sich mit Jean Paul „schwer zu tun“, Lektüre-Türen zu öffnen und Gelegenheit zum „Fensterln“ zu geben.
Einzelne Kapitel sind aber schon ausgearbeitet, so die Portraitserie als visuelle Biografie oder die Übersicht über (fast) alle Büsten & Denkmäler zu Jean Paul. Man findet sie auch unter A-Z/Was suchen Sie? Auch Jean Paul & die Frauen lohnt schon, zumal Frank Piontek uns hier sein Panorama aller Frauen in des Dichters Werk gestiftet hat. Ansonsten – Stöbern „vom Höcksgen zum Stöcksgen“ lohnt immer. Wer im Internet-Surfen geübt ist, kennt ja die Methode, die zu Jean Pauls Zeiten noch relativ neu war.

Christel Gollner
Dämmerstunden. Im Winter lieg ich in ihnen oft vor dem Monde auf dem
Kanapee (sonst ging ich auf und ab) und hier tritt das Leben, die Wahrheit, mein
Thun in voller Gestalt vor mein Auge. Jeder Gelehrte, jeder Geschäftsmann
sollte sich täglich oder wöchentlich eine solche stille
Stunde bestimmen, wo er ohne das Geräusche der Bücher
und Geschäfte, blos mit sich allein wäre. Jean Paul
Wer war Jean Paul?
Jean Paul (eigentlich Johann Paul Friedrich Richter) war zu seiner Zeit einer der fantasievollsten und beliebtesten Schriftsteller deutscher Sprache und ist heute noch Oberfrankens, ja Bayerns berühmtester Dichter. Er wurde am 21. März 1763 in Wunsiedel geboren und starb am 14. November 1825 in Bayreuth.
Jean Paul steht literarisch zwischen Klassik und Romantik und nimmt in der deutschen Literatur eine Sonderstellung ein:
„Er sang nicht in den Palästen der Großen, er scherzte nicht mit seiner Leier an den Tischen der Reichen. Er war der Dichter der Niedergeborenen, er war der Sänger der Armen, und wo Betrübte weinten, da vernahm man die süßen Töne seiner Harfe . . .“ (Ludwig Börne).
Jean Paul ist nach wie vor nicht einfach zu lesen, aber wer sich öffnet, dem erschließen sich der große Sprachschatz und die reiche Seelenlandschaft seiner Figuren, immer in der Hoffnung, dass der Mensch sich letztlich zum „Guten, Wahren und Schönen“ entwickeln könne und hinter allem eine göttliche Macht waltet.
Meine Wenigkeit, Jean Paul
Wenn Ihr wüßtet, wie wenig ich nach J. P. F. Richter frage;
ein unbedeutender Wicht: aber ich wohne darin, im Wicht.
Ich habe nichts als mich von meinen Eltern geerbt.
Man sollte alle mögliche Einfälle auf und gegen sich haben,
damit sie kein anderer hätte.
Oft, wenn ich so meine eigenen Sachen wiederlas
und mich begeistert fand –
nicht vom einzelnen,
dessen Ursprünge und Zusammentragungen ich ja kenne,
sondern – vom Geist des Ganzen:
so sagt‘ ich und weinte: nun Gott gebe, daß du etwas wert bist –
und am Ende glaub ich selbst, er hat das Gebet schon früher erhört.
Auch ärgere ich mich beim Wiederlesen über die Kürze;
und bei dem Schreiben über das Gegenteil
Jeweils 3 Minuten zum Hören
Hier zwei Sende-Mitschnitte von Radio Mainwelle
zum Thema „Wer war Jean Paul?“ zum Jubiläums-Auftakt in Bayreuth
(Dr. Karla Fohrbeck & Sprecher Martin Sollik, Interviewpartnerin Steffi Kolbe-Becker, Sendetermin 15.3.2025)

Ein Klick auf die Bildkacheln – und das Thema präsentiert sich ausführlich.





