
Hof – Jean Paul-Jubiläum 2025
Die Stadt Hof hat leider für das Jean Paul-Jubiläum 2025 kein größeres Programm auf die Beine stellen können, obwohl sie hoch motiviert und beim Jubiläum 2013 mit an der Spitze in der Region Oberfranken war (der anstehende Wechsel in der Leitung des Kulturamts und die ungesicherte Finanzlage verzögerten alle Planungen oder ließen sie scheitern). Aber einzelne Kulturdienststellen haben nun doch zum Todestag-Wochenende 14.11. und zum Ende des Jubiläumsjahres beachtlichen „Nachschub“ geliefert – und daher seien 3 Beispiele einzeln dokumentiert und erinnert –
Museum, Theater und Konzert:
„Der Magen ist der Dünger des Kopfes“ – Theater Hof
Eine theatral-kulinarische Begegnung
Aus Anlass des 200. Todestages von Jean Paul lädt das Theater Hof zu einer einzigartigen theatral-kulinarischen Begegnung unter dem Titel DER MAGEN IST DER DÜNGER DES KOPFES ein. Das Theater Hof würdigt ihn mit dieser Verbindung aus Theaterkunst & Essensfreuden.
Schauspieler:innen und Musiker:innen schafften eine Atmosphäre, in der die Worte Jean Pauls in neuem Licht erstrahlten. Ein Abend, der nicht nur den Geist, sondern auch den Gaumen erfreut. Die Spannweite der „Geschmackserlebnisse“ reichte von der Hofer Armenküche bis zur (fiktiven) Königstafel. In der Kategorie „ohne Kulinarik“ erlebte man den Abend wie einen klassischen Theaterabend vom Zuschauerraum aus. In der Kategorie „mit Kulinarik“ saß man an Tischen und bekam kulinarische Häppchen aus der Küche von Kochbuchautorin Beate Roth und Getränke am Platz serviert. Die Speisen orientierten sich an Zitaten von Jean Paul zum Thema Esskultur.
Vorstellungstermine im Studio des Theaters Hof:
Freitag, 14. November 2025, 19.30 Uhr (Premiere)
Freitag, 28. November 2025, 19.30 Uhr
Freitag, 05. Dezember 2025, 19.30 Uhr
Künstlerische Leitung: Philipp Brammer // Alena Pardatscher
Kulinarik: Beate Roth
Licht: Uwe Masch
Dramaturgie & Conférence: Philipp Brammer // Alena Pardatscher
Gesang: Stefanie Rhaue
Schauspiel: Peter Kampschulte
Klavier: Sena Uto
„Wär ich ein Stern“ –
SA, 15. November, 10:45 Uhr
Jean Paul-Gedenkkonzert in der
St. Michaeliskirche Hof
Unter diesem Motto erging herzliche Einladung zu einem Gedenkkonzert an den Dichter und Philosoph Jean Paul. Anlässlich seines 200. Todestages fand dazu in der Hofer St. Michaeliskirche eine musikalische Matinee statt. Zur Aufführung kamen Werke aus Jean Pauls Zeit, aber auch zeitgenössische Vertonungen, darunter zwei Kompositionen von Dr. Ludger Stühlmeyer zu Gedichten von Jean Paul.
Einer der bekanntesten Texte „Wär ich ein Stern“ war in der Fassung für Singstimme, Violine und Klavier zu hören. Ausführende waren Lea Stühlmeyer und Stephanie Rhaue (Gesang), Lorenzo Lucca (Violine), Vladimir Plakidin (Klavier) sowie die beiden Stadt- und Dekanatskantoren Dr. Ludger Stühlmeyer (Klavier) und KMD Georg Stanek (Orgel). Der Eintritt war frei.


Führung im Museum Hof:
Jean Paul & die Frauen
SO, 23. November, 14 Uhr
Am 14. November jährt sich der 200. Todestag des oberfränkischen Schriftstellers und Dichters Jean Paul (1763-1825). Nach seinen ersten Romanen Die unsichtbare Loge und Hesperus wurde Jean Paul einige Zeit wie ein Rockstar und Frauenheld gefeiert. Der um 1800 äußerst beliebte Autor studierte das Gefühlsleben der „Mädgen“ in seiner Erotischen Akademie sehr genau. Später, als er von gestandenen und emanzipierten Frauen umworben wurde, gab es Versprechen und Rückzieher. Einer seiner Spitznamen: „Verlobungsweltmeister“ . . .
Deshalb ging Gästeführerin Loni Reißer in dieser Führung der Frage nach:
War Jean Paul ein dichtender Womanizer?
Jean Paul, nach von Max Escher um 1960, Städtische Kunstsammlung Hof (Foto: Museum Hof)
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Joditz – Verkehrsverein Auenthal:
Jean Paul – einer von uns
Todestag FR, 14. November, 19 Uhr
Unter diesem Titel organisierte der Verkehrsverein Auenthal am 14. November 2025 vor und in der barocken Johanneskirche einen Gedenkabend für Jean Paul.
„Wir konnten uns zwar kein eigenes Jubiläums-Programm im 200. Todesjahr des Dichters 2025 leisten, aber zumindest am Todestag wollten wir eine Gedenkfeier veranstalten. Schließlich: Was wäre unser kleiner Ort Joditz ohne Jean Paul, der ihn durch seine Selberlebensbeschreibung „weltberühmt“ machte?“ – so Carmen Maisel als Vorsitzende des Vereins. „Für viele von uns ist Jean Paul, der hier in Joditz vom 2. bis zum 13. Lebensjahr mit seinen Geschwistern eine arme, aber glückliche Kindheit als Pfarrerssohn verbrachte, „einer von uns“ und daher nach wie vor lebendig“, schreibt sie.
In der Kirche hielt Pfarrerin Katharina Kemnitzer eine Gedenk-Predigt. Draußen am Jean Paul-Gedenkstein wurden Kerzen angezündet und hinterher gab es noch Kartoffelsuppe, Würstchen und natürlich ein Bier, womit Jean Paul wohl auch zufrieden gewesen wäre.
Bürgermeister Matthias Beyer war selbst als Gast vor Ort und kommentiert:
„Das war eine tolle Veranstaltung für die Dorfgemeinschaft, die gezeigt hat, dass nicht immer alles die öffentliche Hand bzw. die Kommune in die Hand nehmen muss“.
Fotos: Verkerhrsverein Auenthal
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