
Eckersdorf (Gemeinde)
Info-Box
Touristinfo der Gemeinde Eckersdorf
Bamberger Str. 30 (Rathaus)
95488 Eckersdorf
0921-7353-(0)-41
touristinfo@eckersdorf.bayern.de
www.eckersdorf.de
Ca. 5.000 Einwohner, Landkreis Bayreuth
Hier die Links zur virtuellen Wanderung auf dem Jean Paul-Weg.
Eckersdorf gehört zur „Wegstrecke 9: Bayreuth-Eremitage bis Fantaisie-Eckersdorf“ & zur „Wegstrecke 10: Fantaisie-Eckersdorf bis Sanspareil-Wonsees“
Eckersdorf – das Tor zur Fränkischen Schweiz
Eckersdorf gibt es in der heutigen Form erst seit der Gebietsreform, die 1971-1978 auf freiwilliger Basis erfolgte, dann bis 1980 (wie in ganz Bayern) durch Zwangseingemeindungen ergänzt wurde. 1978 gilt als das Jubiläums-Gründungsjahr. Eckersdorf als größte der Gemeinden wurde dann auch Namensträger der Großgemeinde. Das Deckblatt aus dem Jubiläumsjahr 2018 zeigt die eingemeindete Ortsvielfalt.
Das Rathaus an der Bamberger Straße (im historischen Ortsteil Donndorf, zu dem auch Fantaisie gehört) hat seit 1981 in diesem Sandsteingebäude sein Domizil. Es wurde einst in den 1830er Jahren von Herzog Alexander II von Württemberg, dem damaligen Besitzer von Schloss & Park Fantaisie erbaut und hatte eine wechselhafte Geschichte hinter sich, bevor es als Ortsmittelpunkt würdig restauriert wurde.
Foto: Karla Fohrbeck
Schloss & Park Fantaisie – ein Gesamtkunstwerk
Nicht viele Gemeinden am Jean Paul-Weg Oberfranken können sich solch herrlicher Anlagen von europäischer Bedeutung rühmen. Tourismus-Massen sind es nicht, die Eckersdorf-Donndorf hier „überlaufen“. Noch immer kann man diese reizvolle Park-Oase, Schloss, Museum und Café in Stille oder kleiner Gemeinschaft anderer Spaziergänger genießen – Vor- oder Nachteil, je nach Perspektive. Da die Anlage zu den „barocken Schätzen der Markgrafenkultur“ in der Region Bayreuth-Kulmbach gehört, haben wir auf der diesbezüglichen Webseite in Text und Bild vorhandene und eigene Recherchen übersichtlich zusammengefasst und verlinken darauf. Auch für Jean Paul spielt dieser Park eine besondere Rolle (für Richard Wagner auch, wie wir gleich sehen werden). Von der Altstadt Bayreuth aus führt zudem ein eigener Jean Paul-Rundweg (in 2 Variationen) hierher. Nutzen Sie daher unser „Klicksystem“, um zwischen den Kapiteln bequem auf Entdeckungsreise zu gehen.
Schloss Fantaisie
Das Schloss hat eine wechselvolle und sehr interessante Besitzergeschichte. Nachdem die ortsansässigen Herren von Lüchau keine männlichen Nachkommen hinterließen, begann das 1756 von einer Italienreise zurückgekehrte Markgrafenpaar Friedrich & Wilhelmine – als rechtmäßige Erben – mit der ersten barocken Bebauung und Gestaltung der Parkanlagen. Der Gartenkunst-Museumsrundgang berührt im Schloss den Weißen Saal und das Spindler-Kabinett mit seinen Holzintarsien.
Mehr zur Geschichte unter www.markgrafenkultur.de
Der Schlosspark Fantaisie
Der reizvolle weitläufige Schlosspark ist von originalen Gestaltungselementen der drei wichtigen Stilphasen Rokoko, Empfindsamkeit und Historismus geprägt. Die Kaskaden und Fontänen im Park sind in den Sommermonaten zu jeder vollen Stunde (dann etwa 10 Minuten) in Betrieb. Und das Schloss-Café bietet als Ruhe-Oase sowohl innen wie außen auf der Terrasse ein fürstliches Luxus-Ambiente für bezahlbare Köstlichkeiten.
Mehr dazu unter Schlosspark-Arkadien
Mehr dazu unter www.markgrafenkultur.de
Fotos: Siegmund Schiminski
Das Gartenkunstmuseum
im Schloss Fantaisie
Im Eröffnungsjahr 2000 war es das erste Gartenkunst-Museum in Deutschland. Es wird von der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen (BSV) betrieben und ist nach wie vor ein Kleinod und ein Geheimtipp. Anhand zahlreicher und wertvoller Exponate wird hier die Geschichte der Gartenkunst vom 17. bis zum 19. Jahrhundert anschaulich in Wort, Bild und Ton dargestellt, darunter auch die der anderen Schlösser und Schlossparks „der Markgräfin Wilhelmine“ (1709-1758) in und rund um Bayreuth – von der Eremitage bis Sanspareil.
In den (meist einstündigen) Museumsrundgang eingebunden sind
der Weiße Saal sowie die Nachbildung des berühmten Spindler-Garten-Kabinetts
mit seinen aufwendig rekonstruierten Holzintarsien.
Mehr dazu unter www.markgrafenkultur.de
Ein Klick auf die Bilder vergrößert diese
Jean Paul in Fantaisie
Wir begegnen ihm auf dieser Webseite mehrfach:
- Herzog Alexander I von Württemberg, dem Fantaisie zur Zeit von Jean Paul gehörte und den dieser auch ab und zu besuchte, setzte ihm 1820 einen Gedenkstein im Park Fantaisie.
- und so heißt einer unserer Flyer, in dem Sie Zitate aus dem Roman Siebenkäs (1797) lesen können, die in Fantaisie spielen – dem „ersten Himmel über Bayreuth“. (Siebenkäs will hier seiner Ehe entfliehen und trifft seine ideale Liebe Natalie in Fantaisie, wobei ihm sein Freund und Doppelgänger Heinrich Leibgeber Gesellschaft leistet).
- insbesondere auch auf den Großstationen 133 & 134, am Eingang und Ausgang des Talweges im Park Fantaisie
- beim Rundweg Bayreuth Altstadt zum Schlosspark Fantaisie
Foto: Frank Piontek
Wagnerzimmer, Bamberger Strasse 5, 95488 Eckersdorf | wagnerzimmer.de
. . . & Richard Wagner (1813-1883)
begegnen wir hier auch
Einst nur ein Geheimtipp – inzwischen eine Attraktion – ist das originale Richard Wagner-Ehe(bett)-Zimmer. Richard Wagner wohnte dort 1872 einen glücklichen Sommer lang mit Ehefrau Cosima, den 5 Kindern, Hund Russ und Personal im 2. Stock des roten Hotels Fantaisie. Dieses war wenige Jahre zuvor neu eröffnet worden – mit Land-Biedermeier-Möbeln.
Im Park traf er Herzog Alexander II von Württemberg und auch er blickte von der Schlossterrasse auf den Sophienberg. Von dort aus überwachte er Grundsteinlegung und Baubeginn seines Festspielhauses und plante Wahnfried als privates Domizil am Hofgarten.
Das Zimmer kann man auf Voranmeldung besichtigen – vor allem während der Festspielzeit. Was Richard Wagner damals in dieser kurzen Zeit dort alles erlebte, entwarf, fertig komponierte & gründete, hielt Ehefrau Cosima in ihren Tagebüchern fest. All das (und den Kontakt dazu) finden Sie HIER in einer schön bebilderten Broschüre.
Das ehemalige Jagdhaus Retraite
. . . liegt unterhalb von Park Fantaisie, im Talgrund verborgen, ist Privatbesitz und renoviert. Um 1795 wurde es für Herzog Friedrich Eugen von Württemberg erbaut, dem Fantaisie damals gehörte und von dem auf der Rückseite des zweigeschossigen Quaderbaus unter einer Lorbeergirlande die lateinische Inschrifttafel stammt:
VARIIS FATIS ACTUS/ HIC OTIUM QUAERO (frei übersetzt: Das Schicksal zwingt uns zum Handeln, hier darf ich mich der Muße hingeben).
Der Bau hat 3 zu 3 Fensterachsen und 2 Eingangstüren mit Dreiecksgiebeln. Das flache Walmdach erhebt sich über einem Gesims mit Zahnschnitt.
Drei Jahre später wurde der Herzog nach Württemberg zurückberufen. Jean Pauls „Kardinalfreund“ Emanuel (ab 1813 Emanuel Osmund) kaufte das Anwesen und nutzte es auch längere Zeit als „Retraite“ (Rückzugsort) und als (Neben-)Wohnsitz.
Fotos: Karla Fohrbeck
St. Ägidius auf dem Gilgenberg
. . . eine der letzten Kirchen im Markgrafenstil, aber schon unter preußischer Verwaltung
Fotos: Karla Fohrbeck
St. Ägidius liegt im ummauerten Friedhof auf einem Felssporn über Dorfkern und Salamandertal, einst Burganlage der Plassenberger auf dem „Gilgenberg“. Die alte Kilianskapelle, nach dem Hussiteneinfall (1430) wiederhergestellt, ist – mit Empore und gotischen Fresken von 1457 – heute noch Tauf- und Traukapelle. An sie wurde mit der Reformation ein Kirchenschiff angebaut und auf ihr 1695 der Turm errichtet.
Die heutige Kirche ist eine der letzten im Markgrafenstil. Sie wurde
1791-1795 von Architekt Carl Christian Riedel – aber schon unter preußischer Verwaltung – geplant. Entsprechend finden wir hoch über dem kombinierten Kanzelaltar auch die Königsinsignie von Friedrich Wilhelm II. und den preußischen schwarzen (nicht den markgräflichen roten) Adler. Die wunderbar zarte Stuckdecke mit goldenem Trinitätssymbol im Wolken-Strahlenkranz über Orgel und Doppelempore wurde noch von C. C. Riedel entworfen, aber von Hofstukkateur Rudolf Albini so kunstvoll ausgeführt. Taufstein und Lesepult, Sanduhr und barocke Liedertafel, Predella und die Symbole im Deckenstuck – es gibt hier viel für aufmerksame Betrachter zu entdecken.
Mehr dazu im Kurzführer Nr. 14 und auf der Webseite des Markgrafenkirchen e.V.
Eine hochinteressante Kirche (innen im Markgrafenstil barockisiert) ist St. Peter & Paul im Ortsteil Busbach.
Mehr dazu auf www.markgrafenkultur.de
Fotos: Karla Fohrbeck
Naturwunder & Abenteuer am Eingang zur Fränkischen Schweiz
Von den vielen Wanderwegen, die Eckersdorf zu bieten hat – z. B. in den Hummelgau – präsentieren wir hier einen Teil vom Jean Paul-Weg, der zu einem Rundweg einlädt (ca. 10 km).
Von Fantaisie durchs Salamandertal, an der Schule vorbei nach Oberwaiz & zum Teufelsloch
Ausgangspunkt ist die Groß-Station 134 am westlichen Ende des Talwegs, der am Fuße des Schlossparks und dem Herzogweiher mit dem nostalgischen Badehäuschen vorbei zum Eingang Salamandertal führt. Man erreicht ihn entweder
a) vom Gut Geigenreuth (Groß-Station 132, Abzweigung von der B22 nach Mistelbach) über die alte Allee und Groß-Station 133 am Parkeingang des Talwegs oder
b) vom Schloss-Parkplatz oder vom Schloss & Schlosscafé aus (im Ort gut ausgeschildert) den Parkberg hinabsteigend oder
c) vom ehemals roten, denkmalgeschützten Hotel Fantaisie, jetzt Wohnhaus Bambergerstraße 5
(in dem 1872 auch Richard Wagner mit seiner Familie ein halbes Jahr wohnte)
den Weg am Gedenkstein hinunter, den Herzog Alexander I. von Württemberg für Jean Paul 1820 dort setzen ließ.
Der Weg ins wildromantische Salamandertal am Fuße von Eckersdorf, zwischen Felsblöcken, Bach und Laubwald, ist eine Entdeckung wert. Dort gab es früher – wie im Teufelsloch auch – den seltenen Feuersalamander.
Danach biegt der Weg an einem hübschen Rastplatz auf freier Anhöhe nach rechts ab, an Tennisplatz (Groß-Station 138 Jean Paul & die Kinder) und Schule vorbei, kreuzt die B22 und ein ruhiges Siedlungsgebiet, um dann wieder auf freier Ebene über Wiesen- und Waldrandpfade (alter Kreuzstein !) zu führen.
Eine Überraschung ist kurz vor Oberwaiz das vom Kneipp-Verein Oberwaiz liebevoll und elegant angelegte Fuß- und Arm-Badebecken mit Ruheplatz am Pumpbrunnen und Kräutergarten (Bitte sauber halten!). Danach erreichen wir das Dorf Oberwaiz, mit seinen typischen alten Sandsteinhäusern und Bauerngärten.
Die Dorfstraße macht eine Kurve und führt dann bergab. Kurz vor Ortsausgang (Richtung Waldhütte) zweigt rechts am Spielplatz der Extra-Rundweg zum Teufelsloch ab.
Das komplette PDF zur Groß-Station 138 „Jean Paul & die Kinder“ finden Sie hier (Die rechte Tafel wurde 2024 gestohlen, wir hoffen auf Reparatur & Komplettierung) Fotos: Andreas Harbach & Pero Köhler
Eingang zum Teufelsloch-Rundweg am Ortsausgang von Oberwaiz.
Vom Teufelsloch zur Waldhütte (mit Extra-Rundweg)
Grüne Tafel-Stationen 142 bis 146, 2 Landschaftstafeln, Groß-Station 147 (4 bzw. 6 km)
Für diese Strecke gibt es zwei Möglichkeiten:
a) Für bequeme Spaziergänger, Langstrecken-Wanderer oder solche, die nicht so gut zu Fuß sind, führt der Weg vom Dorfausgang in Oberwaiz auf der stillen Landstraße durch idyllische Landschaft kaum mehr als 1 km direkt bis zur Teufelsloch-Brücke und weiter auf der Forststraße zur Waldhütte.
b) Wer dagegen ein wenig Abenteuer und Romantik liebt, leistet sich die knapp 3 km Extra-Rundweg, darf dabei 3 Text-Tafeln studieren, die natürlich mit Mut, Angst und Hoffnung zu tun haben, und biegt kurz vor dem Ortsausgang in Oberwaiz rechter Hand in den Waldweg ein, der an einer eindrucksvollen Schlucht entlang verläuft, sich zum lichten Waldrand öffnet und später auf gutem Forstweg (Bankpause) tiefer in den Wald führt, bevor man sich dem östlichen Einstieg zum Teufelsloch an der Brücke nähert . . .
Dieses urige Naturschutzgebiet Teufelsloch wird, je weiter der Wanderer über Felsgestein, Wurzeln, Holzbrücklein und Bachläufe eindringt, immer wilder und enger und ist auch allein, für sich – vor allem mit Kindern – einen spannenden Halbtagesausflug wert. Am Westende bei der großen Teufelsloch-Brücke erfolgt der Auf- bzw. Ausstieg aus dem tiefen Graben.
Von dieser Sandstein-Brücke bis zur Waldhütte geht es jedenfalls auf langem geradem Forstweg ca. 3 km nahezu völlig eben immer tiefer in den Limmersdorfer Forst hinein. Ein Baumlehrpfad sorgt für Abwechslung. Nach 1,5 km lohnt rechts der kleine Abstecher zum sogenannten Lettenwinkel, wo eine US-Army-Kompanie aus Lettland 1945 stationiert war und dort ihre Inschriften und natürlich auch eine Teufelsloch-Fratze in die Felsen ritzten.
Die Waldhütte ist immer gut für eine Rast. Die Öffnungszeiten sind aber saisonabhängig. Diese können Sie unter www.waldhuette.de einsehen.
Das komplette PDF zur Groß-Station 147 „Jean Paul & die Waldhütte“ finden Sie hier
Von der Waldhütte nach Neustädtlein und zurück über Oberwaiz nach Eckersdorf
Von der Waldhütte aus landen sowohl die nach rechts abbiegende geschotterte Forststraße wie der abenteuerlich-romantische Talweg zwischen Gaststätte und Großstation nach etwa je 2 km in Neustädtlein. Das kleine Dorf ist heute noch sehr vom Sandsteinbau geprägt. Prof. Herbert Popp hat 2023 in seinem Band „Sandsteinhäuser und –brüche im Bayreuther Land“ auch für Neustädtlein schöne Beispiel ausgewählt.
Noch heute kann man im Mittelpunkt des Ortes nahe der Kirche und der großen Linde ein stattliches herrschaftliches Gebäude entdecken, das durch seine Zweistöckigkeit die übrigen Häuser überragt. Markgraf Georg Wilhelm (1678, 1712-1726) ließ hier ein Jagdschlösschen errichten, damals über den Grundmauern eines mittelalterlichen Adelssitzes. Heute ist dieses in Privatbesitz und inzwischen sehr schön renoviert (vgl. die Fotos von 2010 / Alexander Popp und 2023 / Prof. Herbert Popp).
Die evang. Pfarrkirche (ehemals Johannes dem Täufer gewidmet) ist eine alte Chorturmkirche aus Sandsteinquadern, deren Langhaus noch 1818/20 erneuert wurde, die innen aber auch barocke Requisiten aufzuweisen hat wie die Orgel und ein schönes Lesepult.
& von hier aus gehen wir jetzt nicht weiter auf dem Jean Paul-Weg bis zum Endpunkt Wonsees – Sanspareil, sondern direkt über Oberwaiz zurück nach Eckersdorf
Gastronomie & Übernachtung
Hier der Link zu den Gastronomien: www.eckersdorf.de
Hier der Link zu den Unterkünften: www.eckersdorf.de
Hier der Link zu weiteren Rad- und Wanderwegen: www.eckersdorf.de


































