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Luisenburg-Festspiele Wunsiedel

Hoppelpoppel oder Jean Pauls Zauberland – eine Schauspielrevue

Vorschau (PI):

Das neue Stück vom österreichischen Bestseller-Autor Franzobel unter der Regie von Georg Schmiedleitner über den berühmten, aber wenig gelesenen Autor Jean Paul ist eine wunderbare Mischung aus Biographie, Fiktion und Theaterrealität. Es folgt Jean Paul in seinen dichterischen Lebensphasen genauso wie in seinen privatesten Lebenswinkel und angsterfüllten Albträume.

Der alte und junge Jean Paul führen bissige Dialoge und schlittern dabei von einer absurden Situation in die nächste. Wir tauchen ein in seine Biographie, erleben sein ärmliches Elternhaus und seine karge Jugend, die Scheu vor einem bürgerlichen Beruf und seinen starken Drang zum Schriftsteller, seine ersten Misserfolge und Verrisse aber auch seinen literarischen Durchbruch.

Franzobels Sprachartistik und -komik schaffen einen absurd vergnüglichen Mix aus spielerischem Reigen und literarischer Forschungsreise. Durch seine Sprachfantasie nähert sich Franzobel dem Autor Jean Paul auf eine sympathische aber gleichzeitig witzige Art und schafft dem viel zu wenig gelesenen Dichtergenie eine wunderbare Bühne.

Aufführungstermine

Offene Generalprobe: 04. August 2025 um 18 Uhr
Premiere: Freitag, 15. August 2025 um 20:30 Uhr
Außerdem: Donnerstag, 21. August 2025 um 20:30 Uhr
Samstag, 23. August 2025 um 15 Uhr

Stückeinführung je 75 Minuten vorher.

Jean Paul-Schauspieler
& Jean Paul-Marionette

Jean Paul-Schauspieler Andreas Leopold Schadt mit der Jean Paul-Marionette vom Operla Bayreuth
vor dem Jean Paul-Geburtszimmer in Wunsiedel (Tag der Franken 2024).

Fotos: Karla Fohrbeck

Rückschau auf die Aufführung

Eine gelungene Revue war es. Regisseur Georg Schmiedleitner wurde für Farb-, Musik-, Personenregie und Harmonie wie Leichtigkeit der Auftritt-Folgen einhellig gelobt, die Schauspieler/innen – darunter viele begeisterte Laien aus der Region – ebenso. Auch die originelle Kostümvielfalt und die Band-Musik.

Wer Jean Paul ohnehin nicht kannte, der kam auf seine Kosten. Wer ihn glaubte, zu kennen – für den war das von Franzobel wörtlich genommene Jean Paul’sche Doppelgänger-Thema zwar eine dramaturgisch spannende Pointe, denn der alte und der junge Dichter hatten sich einiges zu sagen (und vorzuwerfen). Auch dass Jean Paul einen Pakt mit dem zweiten berühmten Sohn der Stadt, dem Deutschnationalen und Kotzebue-Mörder Karl Ludwig Sand schließt (der dann auch als Goethe’scher Mephisto auftreten darf), gehört zu den dialektischen Freiheiten, die sich ein Franzobel aus österreichischer Distanz herausnehmen darf.

Jean Paul – mit dem Autor Franzobel sich dank vermeintlich ähnlicher „Schreibwut“ verwandt fühlt – allerdings in eine Art Irrenhaus-Höhle auf Zeit zu verbannen oder als angeblichen Atheisten zu plakatieren, trifft – wie man in Franken sagt – wohl „a weng“ daneben. Aber nachdem man in dem Stück ja auch stolz darauf sein darf, dass man von Jean Paul „alles, aber auch alles – nicht gelesen hat“ – muss man zufrieden sein, dass wir ihn mehr „von außen“, weniger „von innen“ präsentiert bekommen . . . und mit einer fröhlich-bunten und quick-verwirrenden, auf jeden Fall gelungenen Revue. (Text: Karla Fohrbeck)

Einige Kernzitate aus der regionalen Presse-Resonanz hat uns Luisenburg-Dramaturg Christof Kaldonek herausgesucht:

NACHTKRITIK.DE (vom 16. August 2025): „Die kurzweilige Revue mit 120 Rollen und 21 Laiendarstellern, mit Live-Musik einer neunköpfigen Band und mit einem geradezu überirdischen Licht-Design auf der riesigen Bühne zwischen Fichten und Felsen, ist ein Kraftakt für alle Beteiligten. Hoppelpoppel ist für Auge, Ohr und Geist eine rauschhafte Erfahrung. Jean Paul hätte es vermutlich gefallen.“

FRANKENPOST (vom 18. August 2025): „Klamauk mit Tiefsinn: Eine Mischung aus Biografie und Fiktion porträtiert den schrulligen Kauz, geselligen Trinker und manischen Schreiber. Drama, Hass, Irrsinn – all das steckt drin in dem doppelbödigen Spiel. (…) Die Zuschauer bekommen einen umfassenden Eindruck von Jean Paul. So wird der ungelesene Klassiker auf der Luisenburg entstaubt.“

Alle Fotos: Florian Miedl (Luisenburg-Festspiele)

Der alte & der junge Jean Paul

Erziehung durch die Mutter

BR 2 Kultur „Stadt, Land, Leute“ (vom 18. August 2025): „Die Wundertüte Jean Paul wird als Feuerwerk auf die Naturbühne in Wunsiedel gebracht. Noch nie sind wir ihm so nah gekommen wie auf der Luisenburg 200 Jahre nach seinem Tod.“

Und eine längere Review stiftet uns Frank Piontek, Jean Paul-Kenner & Partner im Literarischen Team vom Jean Paul-Weg Oberfranken im Kulturbrief Bayreuth.

Jean Paul als Winkelschullehrer
(& Kinder von heute)

Schreib-Besessenheit –
nahe am Irrsinn

Jean Paul am Krankenbett der Mutter –
Mephisto wartet

Jean Paul macht sich Notizen –
jetzt gleich & woauchimmer

Der alte & der junge Jean Paul –
vor Bilder- oder Spiegelrahmen

Jean Paul & Ehe(Haus)frau Caroline –
als Szene schon im Siebenkäs

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