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Zweifelhafter Ruhm

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Fremd wie einer, der aus dem Mond gefallen ist

(Friedrich Schiller 1796 & Matthias Ose 2025)

Stell dir vor Caspar, es gibt Menschen,
die behaupten, ich käm‘ vom Mond.

J. P. – einmal aus dem Mond gefallen & retour (am 14.11.1825)

Jean Paul, der nach Friedrich Schiller,
„aus dem Mond gefallen ist“.

Warte nur bis es dunkel wird

„Draußen überm Mühlrad scheint jetzt der Mond – ein Lieblingsmotiv Jean Pauls, lange bevor die Romantiker es für sich beanspruchten. ‚Silberküste einer anderen Welt« nennt er das Gestirn, lässt es aus Wolkengrüften aufsteigen und in Sternengestöber versinken. Ein Germanist hat kürzlich 885 Textstellen /von Jean Paul zum Thema Mond/ gezählt und ihn den »bedeutendsten Lunatiker« der Weltliteratur genannt. . . Dass Jean Paul einer der bedeutendsten Sänger des Nächtlichen war, ist heute weitgehend vergessen. . . Die Zeitgenossen jedoch lasen seine metaphernseligen, verklausulierten Romane Die unsichtbare Loge und Hesperus, benannt nach dem Abendstern, der zugleich der Morgenstern ist.

In ihnen drückt sich eine obsessive Nachtliebe und eine Glorifizierung der herben oberfränkischen Landschaft aus, von der Jean Paul glaubte, dass sie ihren Reiz erst nach Sonnenuntergang offenbare. Kein anderer deutscher Dichter, ausgenommen Novalis, setzte sich so intensiv mit der Kehrseite des Tages als einer geheimnisvolleren Welt auseinander. Und keiner pflegte zu ihr ein so ambivalentes Verhältnis. Jean Pauls literarische Nachtwanderungen verraten ja eine tief verwurzelte Faszination für das Düstere, aber auch die Angst, sich darin zu verlieren.“

(aus Evelyn Finger „Warte nur bis es dunkel wird“ in ZEIT- ONLINE. Reisen vom 8. März 2008)

Traumreise zum Mond

Der Traum über das All – dieser Text schildert nichts weniger als das, was man später als Astralreise bezeichnete. Jean Paul schrieb diesen Text – er gehört zu seinen vielen Traum-Texten – in seinen letzten Bayreuther Jahren, als er gerade – ab 1820 – mit dem Roman Der Komet beschäftigt war, den er auch im Park seines Freundes, des Kammerrats Johann Martin Christoph Miedel, an der Bayreuther Königsallee schrieb. Er schob diese Traumvision schließlich in den Roman ein, und so findet man ihn unter den „ernsten Ausschweifen des sechsten Vorkapitels“.

Gratis-Hörtext: Sprung auf den Mond

. . . denn wir nehmen Schillers Vorurteil ernst, dass Jean Paul aus dem Mond gefallen sei, und siehe da: Er hat mehr mit dem Mond zu tun als Friedrich von Schiller ahnen konnte.

. . . oder wie ein Orientale in Rom

(Johann Wolfgang von Goethe 1819)

Jean Paul als Zeitgenosse, damals . . .

& heute