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Wer den Dichter will verstehen, muss in Dichters Lande gehen . . .

Der Wanderer erfährt auf dem Jean Paul-Wanderweg „peripathetisch“, also im ruhigen, nachdenklichen Gehen, fast im Nebenbei, und wieder an den einzig richtigen Orts-Stellen wie Joditz, Hof, Schwarzenbach a.d. Saale, Sparneck oder Röslau, auch etwas über Jean Pauls weitläufige Verwandtschaft, die bis in das späte Mittelalter zurückverfolgt werden kann. Selbst Jean Paul-„Kenner“ dürften „im Wandelgang“ Neues über die familiäre Aura unseres Dichters erfahren. Und daher präsentieren wir solches Insiderwissen natürlich auch hier online.

Die Gattin

Die Kinder

Die Mutter

Die Brüder Adam, Heinrich & Johann Samuel – tragische Schicksale

Am 16. November 1784 traf „der Kandidat Richter“ wieder in Hof, der Stadt „mit grauen Haaren“ ein, diesmal auf der Flucht vor seinen Leipziger Gläubigern. Und nun begannen die furchtbarsten Jahre des Elends, nur durch die Hauslehrerzeit in Töpen (Winter 1786 bis Ende April 1789) unterbrochen. In ein einziges Stübchen des inzwischen verkauften Hauses war die Familie Richter zusammengepfercht. Der größte Teil des Hausrates wurde verkauft. Trockenes Brot und Salat bildeten die Mahlzeiten . . .

„Ich wollte dir noch viel sagen, zum Beispiel, dass ich Hof und meiner Lage nichts zu verdanken hatte als Härte, dass ich hier die ersten 10 Jahre ganz allein und verachtet – nur meine Ottos ausgenommen* – lebte, daß kein Mädchen mich ansah, daß ich überall . . . Haß fand, daß ich samt meiner Mutter nichts zu essen, immer zu fürchten hatte, und daß wir . . . vom Verkaufe alter Papiere für die Hofer zuletzt lebten, daß ich unter Geizhälsen, Kleinstädtern stand . . .“

Kein Wunder auch, wenn nicht alle Glieder der Familie das Hundeleben lange zu ertragen vermochten:

  • Früher schon war sein ein Jahr jüngerer Bruder Adam davongelaufen und trieb sich als Barbiergehilfe, Soldat und Wunderarzt in der Welt umher
  • Im April 1789 ertränkte sich Bruder Heinrich bei der unteren Saalebrücke. Der Leichnam wurde bei Unterkotzau aus dem Wasser gezogen und am Fuße eines Felsens auf dem Weg nach Isaar (?) bestattet. Jean Paul besuchte diese Stätte öfters des Nachts mit einer Laterne und jagte dadurch abergläubischen Bauern und Wanderern einen bösen Schrecken ein.
  • Noch ein Bruder verkam und verdarb: Johann Samuel.

Die Mutter siechte langsam dahin. Jean Paul selber aber zerbrach nicht.

*Jean Pauls Freunde, die Brüder Albrecht & Christian Otto (Söhne des Hofer Vesperpredigers) waren seit 1785 Inhaber einer Rechtskanzlei und standen Jean Paul mit Rat und Tat bei, sie beglichen auch seine Leipziger Schulden. 

Aus Adam Stössel. „Jean Paul und Hof. Gedenkblatt zum 100. Todestage Jean Pauls“.
Sonderbeilage (4 S.) zum „Hofer Anzeiger, Generalanzeiger für Oberfranken“ Nr. 264 vom 8. Nov. 1925

Bruder Gottlieb in Sparneck

Jean Pauls Vorfahren (Förster, Schulmeister & Färber)

Färber-Vorfahren in Schwarzenbach a.d. Saale

Schwarzenbach ist seit dem 17. Jh. Heimatort der väterlichen Vorfahren & Verwandten von Jean Paul. Nachkommen leben noch heute hier.

Jean Pauls Nachfahren

Adele Metzner

Dr. Cornelius Metzner (Nürnberg)

Steffi Straubinger (Schwarzenbach a. d. Saale),
Enkelin von Maler Anton Richter (1900–1962)

Auch in Mülheim an der Ruhr gibt es noch entfernte Nachkommen von Jean Paul (Quednau)

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