
Jean Paul & die Tierwelt
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Weil Jean Paul für sein zahmes Eichhörnchen & seine Wetterfrosch-Prognosen bekannt war
Gratis Hörtext bei Telefondurchwahl: 0911 – 810 9400 48 132 (= Festnetzgebühr national)
Tierparadies schon in der Kindheit (Joditz)
„. . . draußen deckte zwar der (Winter-)Himmel alles mit Stille zu, den Bach durch Eis, das Dorf mit Schnee; aber in der Wohnstube war Leben, unter dem Ofen ein Taubenstall, an den Fenstern Zeisig- und Stieglitzen-Häuser, auf dem Boden die unbändige Bullenbeißerin, unsere Bonne, der Nachtwächter des Pfarrhofes, und ein Spitzhund und der artige Scharmantel, ein Geschenk der Frau von Plotho – und daneben die Gesindestube mit zwei Mägden; und weiter gegen das andere Ende des Pfarrhofes der Stall mit allem möglichen Rind-, Schweine- und Federvieh und dessen Geschrei. . . “ (Selberlebensbeschreibung)
Jean Paul mit Pudel & Spitz
Diesen köstlichen Brief vom 19.9.1802 schreibt der Spitz (zur Zeit Hund bei Herrn Jean Paul) als Eingabe an den Landesherrn, den Herzog von Meiningen, mit Bitte um Ausnahmegenehmigung, ohne Leine seinen Herrn beim täglichen Spaziergang nach Welkershausen und Grimmenthal begleiten zu dürfen.
Der Landesherr war eifriger Jäger und verbot ansonsten das freie Herumlaufen der Hunde im Stadtgebiet und den angrenzenden Wäldern. . .
Der Spitz wird im Oktober von einem tollen Hund gebissen und stirbt, ein neuer großer Spitz begleitet den Dichter bis 1805, erblindet, verläuft sich und als er heimkommt, ist da schon ein anderer junger Spitz. Ab da kauft Jean Paul seine Hunde nur auf Probe. . . und erst nach Bewährungsfrist endgültig.
Jean Paul & G’schichten vom Hund
Es wird eine Zeit kommen
O! es werden, es müssen schon Zeiten kommen, wo die tier-freundlichen Brahminen auch den Norden warm bewohnen; wo das Herz, nachdem es die rauhesten Sünden abgetan, auch leise giftige ausstößt; – wo der Mensch, der jetzo die vielgestaltige Vergangenheit der Menschheit ehret, auch anfängt, in der Gegenwart die belebte, ab- und aufsteigende Tierwelt zu schonen und (später) zu pflegen, um einst dem Ur-Genius den häßlichen Anblick des zwar dickdunkeln, aber weitesten Tier-Schmerzens nicht mehr zu geben. Und warum müssen solche Zeiten kommen?
Darum, weil schlechtere gegangen sind: die Nationalschulden der Menschheit (meistens Blutschulden) trägt die Zeit ab, das Strandrecht ist nun ein Strandunrecht, der Negerhandel allmählich verbotene Ware; nur der herbste zäheste Barbarismus der Vorzeit, der Krieg, bleibt noch dem uns angebornen Antibarbarus zuletzt zu überwinden übrig (Jean Paul: Levana §120)
Dank an Hella Soldan für diesen Hinweis
Jean Paul & . . . alles was fliegt
Tier-Philosophie
Die Seelen der Tiere werden nicht sterben,
vielleicht haben die Pflanzen auch Seelen.
Musik ist die einzige schöne Kunst,
wo die Menschen & alle Tierklassen
– Spinnen, Mäuse, Elefanten, Fische, Amphibien, Vögel – Gütergemeinschaft haben.
Gerechter Himmel!
Aus wie vielen Marterstunden der Tiere
lötet der Mensch eine einzige Festminute der Zunge zusammen. . .
Tierfreunde und Tierpersönlichkeiten
gibt es auch in Jean Pauls Romanen
- der Inder Emanuel im Hesperus ist Vegetarier
- der Spitzius Hofmann im Hesperus ist Anlass
für den Untertitel 45 Hundsposttage - der junge Gustav in der Unsichtbaren Loge hat einen Pudel
- im Quintus Fixlein heißt der Pudel Schill
- im Titan gibt es einen Wolfshund &
- im Siebenkäs einen Saufinder
Literaturhinweise
Schreinert, Kurt: Jean Paul und die Tiere. Jean-Paul-Kalender 1929
Schneider-Leyer, E.: Jean Paul als Tierfreund. Hesperus 1958-16, S. 34-44
Knobloch, Thomas: Jean Pauls Ponto und andere Hunde


















