
Jean Paul-Jubiläum 2025, Bayreuth
Nach der Auftakt-Veranstaltung am FR, 21.3.2025 (Jean Pauls Geburtsdatum) bei Regierungspräsident Florian Luderschmidt in der Regierung Oberfranken folgten als erste Veranstaltungen am gleichen Tag die erste BMTG Gästeführung auf dem Jean Paul-Weg in der Innenstadt und die Vernissage zu Die vielen Himmel des Jean Paul im Alten Schloss. Am SA, 22.3.2025 führte Dr. Karla Fohrbeck in der VHS (Gebäude RW21) per Bildschirmpräsentation in die neue Webseite www.jeanpaulweg-oberfranken.de ein.
Sa. 29.3.2025
Lesung von Jean Paul: „Rede des toten Christus . . .“ mit Gespräch
Lesung von Jean Paul: „Rede des toten Christus . . .“ mit Gespräch
Beschreibung: Der berühmteste Text, den Jean Paul je verfasst hat. Der Albtraum eines gottlosen Alls gehört mit seinen apokalyptischen Bildern zum Stärksten, was die Literatur des 18. Jahrhunderts zu bieten hat. Durch die Übersetzung von Mme Germaine de Stael ins Französische wurde er damals „in ganz Europa“ diskutiert.
Johannes Pittroff beschäftigte die Frage, welche Rolle der christliche Glaube für Jean Paul spielte und welchen eigenwilligen Zugang er dazu gefunden hat. Deutlich wird, dass der Dichter schon im späten 18. Jahrhundert die Glaubenskrise fühlte, die auch unsere heutige Zeit prägt. Und dass er mit seinen poetische Waffen gegen diese Krise ins Feld zog.
Treffpunkt: Altes Schloss (am Markt), Bayreuth – 14.00 Uhr
Lesung: Johannes Pittroff, mit Gespräch
Im Rahmen der Ausstellung „Die vielen Himmel des Jean Paul“
(Christel Gollner, Hermann Rongstock & Peter-Michael Tschoepe)
Fotos: Karla Fohrbeck
Jeweils Dienstag 18:30: 1.4.2025, 14.4.2025, 29.4.2025, 13.5.2025
Lesung & Gespräch zur Unsichtbaren Loge im Deutschen Freimaurer Museum
Lesung & Gespräch zur Unsichtbaren Loge im Deutschen Freimaurer Museum


Im Anschluss an die Rezitations- & Gesprächsabende fand jeweils durch Dr. Roland Hanke eine Nachtführung im Deutschen Freimaurer Museum statt.


Fotos: Karla Fohrbeck, Roland Hanke
Hans-Jürgen Schatz rezitiert Jean Paul
Rollwenzelei SO., 25.5.2025, 15 Uhr – aus Des Luftschiffers Giannozzo Seebuch
Rollwenzelei SO., 10.8.2025, 15 Uhr – aus der Selberlebensbeschreibung Teil 1
Rollwenzelei SO., 16.11.2025, 15 Uhr – aus der Selberlebensbeschreibung Teil 2
Mit allergrößter Lese-Lust hat Johann Paul Friedrich Richter schon in seiner Kindheit alles verschlungen, was ihm an Lesbarem vor Augen kam. Vieles, das ihm wissenswert erschien, hat er exzerpiert, um es später, als er Schriftsteller geworden war und sich Jean Paul nannte, in seine eigenen Werke einfließen zu lassen. Man könnte es als sein Lebensmotto bezeichnen, dieses Lesen und Schreiben, schreiben und gelesen werden.
In der „Selberlebensbeschreibung“ – seiner unvollendeten Autobiographie – referiert der Dichter als selbsternannter Professor der eigenen Geschichte in drei Vorlesungen lustvoll seine Lebensgeschichte, die in Wunsiedel, Joditz und Schwarzenbach a. d. Saale begann. Es heißt, den Dichter mit der überbordenden Fantasie, hätte es nicht recht interessiert, reine Tatsachen wiederzugeben. Und so brach er die Arbeit an seiner „Selberlebensbeschreibung“ bald ab. Der Text blieb Fragment und das dritte Kapitel gar Fragment im Fragment.
Der Schauspieler Hans-Jürgen Schatz, Pate der Rollwenzelei und Ehrenmitglied des Vereins zur Erhaltung von Jean Pauls Einkehr- und Dichterstube in der Rollwenzelei e.V., ist seit über dreißig Jahren durch zahlreiche Lesungen und Hörbücher mit Jeans Pauls Fantasie-, Gedanken-, Wissens- und Sprachwelt vertraut.

Hans-Jürgen Schatz, Stephan Klenner-Otto & Matthias Ose auf dem Balkon der Rollwenzelei (vom 10.8.2025)
Foto: Karla Fohrbeck
Jean Paul Art Space & Musica Bayreuth –
Avantgardistische Konzert-Lesung zu Jean Paul „Träume & Visionen“
Mit Texten aus
– Quintus Fixlein (Natürliche Magie der Einbildungskraft)
– Hesperus (Traum, dass alle Seelen eine Wonne vernichte)
– Siebenkäs (Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab …)
– Unsichtbare Loge (in der Sänfte auf dem Ochsenkopf)
– & Der Komet (Traum über das All)
rezitiert von Wilhelm Herrschel
am Seiler-Flügel = Lorenz Trottmann
Veranstalter: Dr. Clemens Lukas (KulturPartner – Musica Bayreuth)
Friedrichstraße 3, 14.06.2025
Mit Kompositionen von
– Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (1776-1822)
– Horst Lohse (1943)
– Franz Liszt (1811-1886)
– Zoltan Kodaly (1882-1967)
– Johannes Amon (1763-1825)
– Robert Schumann (1810-1856)
– Jehan Alain (1911-1940)
– Horst Lohse (1943)
– Alexander Mossolow (1900-1973)
Lorenz Trottmann (Piano) & Wilhelm Herrschel (Rezitation)
© bayreuth.media, Musica Bayreuth
Jean Paul Art Space & Musica Bayreuth –
Jean Paul Superstar – multivisionäre Buchvorstellung mit DJ (14.6.25)
Vor 200 Jahren starb Oberfrankens größter Dichter Jean Paul. Obwohl er zu Lebzeiten genauso berühmt wie Goethe und Schiller war, kennt man ihn heute kaum noch, kaum einer liest seine Bücher. Trotzdem wird er mit dem größten Denkmal Bayreuths mitten in der Stadt geehrt. Das muss geklärt werden: Mit dieser Graphic Novel, die sich auf Jean Pauls Spuren begibt und sein Leben investigativ durchleuchtet.
Wie dachte, lebte und fühlte er, was machte ihn um 1800 bedeutender als Goethe und Schiller? Das erklärt euch JEAN PAUL SUPERSTAR in leichter Sprache – umrahmt von kunstvollen Aquarellen des renommierten Künstlers Yassine Balbzioui. Die Idee stammt vom Melanie Vogt, der Text und die Gestaltung sind von Fergus Wünschmann, das Design vom Baensch Studio, die Übersetzung in einfache Sprache stammt von Philipp Schramm. Die Organisation und Edition übernahm Katharina Fink.
Das Magazin ist im Verlag Büro Himmelgrün erschienen und im gut sortierten Buchhandel oder direkt beim Jean Paul Kulturverein Region Bayreuth e. V. erhältlich.
Der ewige Friede. Aphorismen in Hochdeutsch & Mundart –
Stadtkirche Bayreuth – DI, 28.10.25, 19 Uhr
Diese Veranstaltung von Dr. Eberhardt Wagner und PD Dr. Dietrich Rusam musste wegen Krankheit vom 18.07. auf den 28.10. (DI, 19 Uhr) verschoben werden. Sie fand in der Stadtkirche Bayreuth statt und Pfarrer Carsten Brall führte das Lese-Wechsel-Duo ein und versüßte ihm danach den Abschied mit „leicht malzig schmeckenden Schoko-Pralinen“.
Jean Paul sprach privat, so Dietrich Rusam, eine Art fränkisch-vogtländischen Dialekt (wie er es als Kind und Jugendlicher in Joditz, Schwarzenbach und Hof gelernt haben mag). Aber geschrieben hat er ihn nicht und so ging er auch nicht „in die Weltliteratur“ ein. Eberhardt Wagner hatte parallel zum Füllhorn der Jean Paul-Aphorismen passende Mundart-Redewendungen ausgesucht und – als Mundart-Spezialist – flüssig vorgetragen. Er knüpfte damit an frühere Lesungen in Rollwenzelei und Studiobühne an.
Fotos: Karla Fohrbeck

Eberhardt Wagner & Dietrich Ruhsam

Eberhardt Wagner
E. Wagner, D. Ruhsam & Pfarrer Carsten Brall
Frank Piontek rezitiert Jean Paul-Texte zum Thema Musik
Michael Dorn begleitet an Orgel & Klavier
Stadtkirche Bayreuth FR., 1.8.2025, 19 Uhr
„Warum vergisst man“, schrieb Jean Paul, „dass die Musik freudige und traurige Empfindungen verdoppelt, ja sogar selber erzeugt“. . . Jean Paul war ein sehr großer Musikliebhaber. In einer kommentierten Lesung zum 200. Todestag Jean Pauls präsentierte Dr. Frank Piontek einige Musikszenen und -sätze aus dem Werk des Dichters, zu denen Michael Dorn (an der Orgel und am Klavier) die passende Musik spielte – vor allem von Robert Schumann.

Hella Soldan: War Jean Paul Salonfähig?
Historischer Verein Oberfranken, Vortragsraum des Archäologischen Museums im Italienischen Bau des Neuen Schlosses SA., 9.8.2025, 15 Uhr
Hella Soldan, Deutschlehrerin a.D. und Jean Paul-Expertin, beantwortete amüsant und kenntnisreich die selbstgestellte Frage „War Jean Paul salonfähig?“. Denn: „Diese kurios anmutende Frage macht tatsächlich Sinn. 4 Jahre seines Lebens (1796-1800) bemühte sich Jean Paul um Anerkennung in den elitären Kreisen des damaligen deutschen Geisteslebens“ –vor allem in Weimar und Berlin, aber auch an kleineren deutschen Fürstenhöfen. Das Thema interessierte viele – nicht nur die Mitglieder des Historischen Vereins Oberfranken, der dazu in den Vortragsraum des Archäologischen Museums im Italienischen Bau des Neuen Schlosses eingeladen hatte. Hella Soldans ausführlicher Fachartikel dazu ist im AO-Jahrbuch 2024 nachzulesen.
Frank Piontek: Jean Paul als Nymphenburger
Jean Pauls Besuch beim Bayerischen Königspaar
Historisches Museum DI. 19.8. & DI. 6.11.25, 19 Uhr
Da die Statuette als „Nymphenburger Entwurf“ bezeichnet ist, nahm Dr. Frank Piontek dies zum Anlass, auch von Jean Pauls Besuch 1820 beim Bayerischen Königspaar in der Münchner Residenz und in Schloss Nymphenburg zu berichten und von seiner Aufnahme in die Bayerische Akademie der Wissenschaften.
Die klassizistische Jean Paul-Büste vom Bildhauer Johann Conrad Wilhelm Hildebrand von 1816 ist aus Gips und wurde noch vom Bayernkönig Max I Josef in Auftrag gegeben. Der Sohn des Hofschieferdeckermeisters J. M. F. Hildebrand lernte in Berlin beim berühmten Bildhauer Johann Gottfried Schadow das Bildhauern. 1837 wurde er selbst Bayreuther Schieferdeckermeister und staatlicher Bauvogt. 1818 konnte man die Büste in der Berliner Akademieausstellung bewundern. Im Juni 1820 sah Jean Paul sie und damit sich selbst – bei seinem einzigen Besuch in München – im (damals kriegszerstörten) Salon der Königin Caroline in der Münchner Residenz.
Es ist die 1. Büste, die wir von Jean Paul kennen. In Bayreuth (Rollwenzelei & Jean Paul Museum) und in Coburg (Adami-Gartenhaus) befinden sich Repliken. Ein Foto davon diente viele Jahre nach dem Krieg für die Hesperus-Hefte der Jean–Paul-Gesellschaft als Rückseiten-Deko.
Aus München stammte auch die kleine Jean Paul-Statuette vom Bildhauer Ludwig Schaller (1852/53), die Dr. Frank Piontek im Bayerischen Nationalmuseum entdeckte und von der eine Replik im Historischen Museum Bayreuth existiert (im Jubiläumsjahr 2025 auf dem Dachboden entdeckt).

Fotos: Frank Piontek & Connie Kilchert
Prof. Dr. Günter Dippold: Emanuel Osmund (1766-1842) –
Ein jüdisches Leben in Zeiten des Umbruchs
EBW-Seminarraum im Hof der Richard-Wagner-Str. 24 – MI, 15.10.2025
Ein Klick auf die Bilder vergrößert diese
Am 15.10.2025 hielt Prof. Dr. Günter Dippold im vollbesetzten ebw-Seminarraum im Hof der Richard-Wagner-Str. 24 einen Vortrag über Emanuel Osmund (1766-1842), Jean Pauls jüdischen Herzensfreund.
Christoph Abel vom CHW Creußen leitete den Abend ein und Dr. Martin Wassink , Gf. des EBW als Gastgeber, bedankte sich am Ende nach dem wohlverdienten Applaus. Der Vortrag kann inzwischen auch nachgelesen werden, denn anlässlich der Jean-Paul-Jubiläumsausstellung in der Staatsbibliothek Bamberg und der Landesbibliothek Coburg erschien 2025 bei Koenigshausen & Neumann der Band Meine Feder soll ein Flügel sein. In diesem befinden sich auch 2 weitere Beiträge zu Emanuel Osmund von Helmuth Pfotenhauer und Gunnar Ocht.
Fotos: Karla Fohrbeck
3 spannende Jean Paul-Herbst-Veranstaltungen mit Karla Fohrbeck
Jean Paul, die Jean-Paul-Gesellschaft & „ihre Juden“ –
Freud und Leid in Bayreuths Geschichte.
Vortrag und Gesprächsrunde mit Dr. Karla Fohrbeck.
VHS/RW21, Richard-Wagner-Str. 21 – Sa. 4.10.2025, 10:30 – 12 Uhr
Jean Paul hatte jüdische Freunde. Die Jean-Paul-Gesellschaft (1925 gegründet) dagegen schloss mit Satzungsänderung vom 14.11.1933 „aus innerster Überzeugung“ die Mitgliedschaft von Männern und Frauen nichtarischer Abstammung aus. Schatzmeister Schwabacher und Eduard Berend (Herausgeber von Jean Pauls kritischer Werkausgabe) waren als Juden die ersten Opfer.
Dieser Rückblick gehört daher zum Jean Paul-Jubiläum 2025, zum 100-jährigen Jubiläum der Jean-Paul-Gesellschaft, aber auch einfach zur Stadtgeschichte und zum „Aufmerksamkeits-Panorama“ eines künftigen NS-Dokuzentrums (im bisherigen Chamberlain-Haus) und eines kleinen IKG-Museums zur jüdischen Geschichte (in der Münzgasse 9). Karla Fohrbeck und das Stadtarchiv Bayreuth haben dazu recherchiert. Grundlage sind u. a. auch die MA-Arbeit zu Eduard Berend von Hannah Knickmann im JPGes.-Jb 1995 Teil 2, auf die sich auch Hermann Glaser stützt.
Mehr dazu beim Jean Paul-Jubiläum 1963 und beim Jubiläum der Jean-Paul-Gesellschaft 2025.
Jean Paul & Richard Wagner im Arkadienland – geheimnisvolle Verbindungen
Lesung, Vortrag und Gesprächsrunde mit Karla Fohrbeck.
VHS/RW21, Richard-Wagner-Str. 21 – Sa. 18.10.2025, 10:30 – 12 Uhr
Die Meistersinger von Nürnberg von Richard Wagner (1813-1873), davon hat man gehört, sie vielleicht dieses Jahr in der Neuinszenierung gesehen oder glaubt sie zu kennen. Aber dass Jean Paul (1763-1825) schon 1798 einen Text Die Meistersänger von Nürnberg publizierte? Eine persönliche Begegnung ist ausgeschlossen. Aber Richard Wagner schätzte Jean Paul. Kannte er diesen Geheimtipp, in dem es auch um Hans Sachs, Bar- und Stollen-Reimung ging? Und was haben die beiden großen „Bayreuther Geister“ sonst noch gemeinsam – die doch beide die Arkadienparks der Markgräfin Wilhelmine so liebten?
Jean Paul zwischen Himmel & Erde
Bildvortrag, Lesung & Gespräch mit Dr. Karla Fohrbeck,
dazwischen Jean Paul-Gedeck mit Kaffee & Spritzkuchen.
Sa. 22.11.2025, 14-17 Uhr
Gastätte „Tierzuchtklause“ Frankenbund – Gruppe Bayreuth,
Adolf-Wächter-Straße 9
„Der empfindsame Schwärmer und kreuzgescheite Philosoph, zu seiner Zeit ein Erfolgsautor und ,Bayerns größter Dichter‘, lebte von 1804 bis zu seinem Tod 1825 in Bayreuth. Er gehört mit Wilhelmine und Richard Wagner zum Trio der großen Geister, auf die Bayreuth besonders stolz ist. Wir, vom Frankenbund, wollen an ihn im 200. Todesjahr gedenken und feiern“.
- Vorstellung der neuen Website www.jeanpaulweg-oberfranken.de
– ein Bildervortrag mit virtueller Wanderung und A-Z „Schnitzelsuche“ - Jean-Paul-Gedeck (Kaffee und Spritzkuchen à la Jean Paul)
- Lesung und Gespräch „Jean Pauls aktuelle Science Fiction-Ahnungen“
E-Mail: frankenbundbayreuth@gmx.de
Anmeldung (per E-Mail) und Überweisung bis 15.11.2025
Konto: Frankenbund DE92 7735 0110 0000 4226 00 Sparkasse Bayreuth




























