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Kaum berühmt & schon wird er . . .

gezeichnet, als Kupferstich vervielfältigt & in Öl portraitiert

Die Zeichnung gefiel Jean Paul gut, sie diente auch als Vorlage für das Ölbild von 1798 in Johann Wilhelm Ludwig Gleims ‚Freundschaftstempel’ in Halberstadt. Der Kupferstich aber, der der 2. Auflage des Hesperus vorangestellt wurde, missfiel ihm. Jean Paul am 3.12.1797:
Vorn am neuen Hesperus siz’ich en face, abscheulich und unkenntlich zugleich“.

1797.  Die Zeichnung von Heinrich Pfenninger (1749-1815) –
hier 1797/98 als Kupferstich von Heinrich Sintzenich (1752-1812)

Dr. Frank Piontek verteidigt allerdings in seinem Logen-Blog beim Literaturportal Bayern diesen Portrait-Kupferstich, der Jean Paul nicht so recht gefiel.
Hier zum PDF der Biografie von Kupferstecher Heinrich Sintzenich.

Jean Paul 1798. Ölporträt von Heinrich Pfenninger (1749-1815).
Gleimhaus in Halberstadt

Das Ölbild – obwohl gefälliger – konnte man erst ab dem
20. Jahrhundert vervielfältigen

Der Kupferstich blieb im 19. Jh.
das Mittel der Popularisierung

1804 (?) Kupferstich von Friedrich Wilhelm Bollinger (1777-1825)
(Robert-Schumann-Haus Zwickau 12780,59-B2)

Der Berliner Kunstprofessor war bekannt für Portrait-Kupferstiche berühmter Persönlichkeiten – meist nach Zeichnungen bzw. Vorlagen anderer Künstler. Hier nutzt Bollinger für seine en face-Darstellung von Jean Paul die ältere Kupferstich-Vorlage von Heinrich Sintzenich (1797/98) nach einer Zeichnung von Heinrich Pfenninger (1797) und hat vielleicht auch dessen Ölportrait von Jean Paul (1798) im Gleimhaus in Halberstadt gekannt.

1820 (Jean Paul war jetzt nicht mehr so jung, sondern 57 Jahre alt) erschien dieser Bollinger Portrait-Stich des noch jugendlichen Jean Paul in der von Robert Schumanns Vater August Schumann herausgegebenen Reihe Bildnisse der berühmtesten Menschen aller Völker und Zeiten. Fünfte Suite. in Zwickau.

1827. Kupferstich nach einer Zeichnung von Ernst Förster 1827 (vom 1. Bändchen der „Wahrheit aus Jean Pauls Leben“), ziert das Cover vom Jean-Paul-Kalender 1928, auch die Hesperusblätter Nr. 4= Oktober 1952 (und Förster wiederum orientiert sich an Pfenninger als Vorbild )

Ernst Förster (1800–1885), Schwiegersohn, Herausgeber & Portrait-Zeichner von Jean Paul zeichnete das Portrait post mortem, nach dem Tod von Jean Paul. Er kannte ihn also nicht persönlich, war aber Künstler und schuf mehrere Jean Paul-Portraits nach vorhandenen Vorlagen.

. . .  & auch auf dem Jean Paul-Weg wurde der Kupferstich populär

In Joditz gibt es seit 2001 in der Ortsmitte einen Gedenkstein für Jean Paul, für dessen Tafel ein Mitarbeiter der Grabstein-Firma Fränkel den Sintzenich-Kupferstich von 1798 als Vorlage genommen hat.

2002, als die Pionier-Wegstrecke des späteren Jean Paul-Wegs – nämlich die 10 km von Joditz bis Hof eingeweiht wurden – wählte man ebenfalls den SintzenichKupferstich, und zwar als Logo.
Für die Nordschiene von Hof bis Bischofsgrün blieb die Projektgruppe des Jean Paul-Wegs Oberfranken 2008 ff bei dieser Vorlage für den jungen Jean Paul.

. . .  mit Wiedererkennungswert
auf Buchcover

. . . & als Jubiläums-Briefmarke

2013. Manfred Stopfer: Briefmarke von Jean Paul
Entwurf zum Jubiläumsjahr

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