
Jean Paul, die Jean-Paul-Gesellschaft & „ihre Juden“ – Freud und Leid in Bayreuths Geschichte.
Vortrag und Gesprächsrunde mit Dr. Karla Fohrbeck. VHS/RW21, Richard-Wagner-Str. 21 – Sa. 4.10.2025, 10:30 – 12 Uhr
Jean Paul & seine jüdischen Freunde
Jean Paul hatte jüdische Freunde, nämlich Emanuel Osmund und sein Vermieterehepaar Isaak Joseph & Rosa (=Rösel) Schwabacher in der Friedrichstraße 3-5 (Jean Pauls Wohn- & Sterbehaus).
Zu Emanuel Osmund, Jean Pauls Kardinalfreund, gibt auf dem Jean Paul-Weg Oberfranken
(am ehemaligen Wohnhaus Jean Pauls Friedrichstraße 10 in Bayreuth) die Groß-Station 122 Auskunft. Emanuel Osmund wohnte damals in Nr. 8 nebenan. Mehr dazu im 2025 bei Königshausen & Neumann erschienenen Band Meine Feder soll ein Flügel sein mit 3 Beiträgen zu Emanuel Osmund & Jean Paul (von Helmut Pfotenhauer, Günter Dippold & Gunnar Och).
Zur Bankier-Familie Schwabacher, zu der Jean Paul ein gutes Verhältnis hatte, und ihrer Haus- & Familiengeschichte hat der Nachkomme Dr. Philipp Hausser (dem der Sammlungs-Grundbestand für das Jean Paul-Museum Bayreuth zu verdanken ist) in 2 Bänden 1963 und 1969 alle seine Recherchen zusammengetragen. Zu dieser Jean Paul-Weg-Station gehören die Tafelreihe an der hinteren „Regierungsmauer“ im Schwabacher Garten (Groß-Station 123) und der Flyer: Jean Paul & das Schwabacher Haus.
Groß-Station 123
Gründung der Jean-Paul-Gesellschaft 1925 in Bayreuth
Im Sommer 1925 kamen dazu aus München und Wunsiedel Anregungen und Impulse. Zum 100. Todestag des Dichters, am 14. November, konnte schon die Gründung der Jean-Paul-Gesellschaft erfolgen. Zur Gedächtnisfeier im Bayreuther Rathaus waren zahlreiche Gäste aus Wissenschaft und Kultur gekommen, auch Nachkommen von Jean Paul. Reg.präsident von Stößenreuther feierte den „großen Geist“ als „den wortgewaltigen Beherrscher der deutschen Sprache, den Finder und Verehrer des Kleinsten in der Natur, den Kinderfreund, Heimatdichter und Verfechter des sozialen Gedankens“. OB Hofrat Preu sah es als große Ehre für die Stadt an, Sitz dieser Gesellschaft zu werden. Die Versammlung beschloss die Gründung und als Zielsetzung:
„Die ,Jean-Paul-Gesellschaft‘ erstrebt den Zusammenschluß aller Verehrer des Dichters und soll Liebe und Verständnis für seine Werke in möglichst weiten Kreisen wecken.“ So entspricht es auch noch 2025 –
100 Jahre später – dem Selbstverständnis der JPG, auch wenn ihr Schwerpunkt (seit 1966) wissenschaftlicher Art ist.
Am 14. November wurde noch der Vorstand gewählt und OStRat Dr. August Caselmann zum 1. Vorsitzenden (er sollte bis 1937 im Amt bleiben, blieb aber bis zu seinem Tod Ehrenvorsitzender).
Von vornherein wurde Wert auf später zu gründende Ortsgruppen der JPG gelegt. Am gleichen Tag wurden noch 2 Unterausschüsse gebildet, einer „für volkstümliche Arbeit“, einer „für wissenschaftliche Arbeit“.
Genaueres zur Gründung siehe rechts im Bayreuther Tagblatt vom 14.11.1925
Der (jüdische) Philologe Dr. Eduard Berend (Doktorarbeit zu „Jean Pauls Ästhetik“) gründetete die JPG 1925 mit und ein Jahr später eine Berliner Ortsgruppe, die mehr wissenschaftlich orientiert war. Von der Preußischen Akademie der Wissenschaften erhielt er in den folgenden Jahren den Auftrag, eine historisch-kritische Gesamtausgabe von Jean Pauls Werken und seinem Nachlass herauszugeben.
Mehr zu „Die ersten Jahren der Bayreuther JPG“ bei Hanne Knickmann: Der Jean Paul-Forscher Eduard Berend (1883-1973). Teil II. im Jb der JPG 1995 (S.87-91).
Zur „Rezeption Jean Pauls in der Jean-Paul-Gesellschaft 1925-1945“ sei hier auf den Beitrag von Michael Töteberg im Jb der JPG 1974 verwiesen, wo er u.a. auf „Verinnerlichung als deutsche Reaktion auf die Niederlage im 1. Weltkrieg“, den wachsenden „völkischen Nationalismus“ in Wertekanon und Sprachkonsens sowie den ideologischen Gleichklang mit der „völkischen Erneuerung“ im 3. Reich hinweist, für die sich Jean Pauls Werke „auswerten“ ließen.
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Rückblick auf 1933 und die NS-Zeit
Die Jean-Paul-Gesellschaft (1925 gegründet) schloss mit Satzungsänderung vom 14.11.1933 die Mitgliedschaft von Männern und Frauen nichtarischer Abstammung aus. Schatzmeister Schwabacher und Eduard Berend (Herausgeber von Jean Pauls wiss.-kritischer Werkausgabe) waren als deutsche Juden die ersten Opfer. In seinem Tätigkeitsbericht vom 22. 10. 1933 fügte der Vorsitzende Dr. August Caselmann (bis 1932 auch Direktor der Oberrealschule in Bayreuth) hinzu, dass dies nicht nur „eine Forderung des deutschen Staates“ sei, sondern „es entspricht diese Aufgabe meiner innersten Überzeugung, die dahingeht, dass deutsche Dichter von artfremden Gelehrten nicht in ihrer seelischen Eigenart verstanden werden und für unser Volk fruchtbar gemacht werden können“. Einen Tag später, am 23. 10., forderte die JPG auf ihrer Jahrestagung einstimmig den Rücktritt Eduard Berends.
In den Folgejahren wurde die Gesellschaft von ideologischen Auseinandersetzungen erschüttert, die 1937 auch zum Rücktritt des langjährigen Vorsitzenden Caselmann führten. Er blieb aber bis zum Schluss Ehrenvorsitzender der JPG. Den Vorsitz übernahmen danach Georg Regler (1937–1938) und Johannes Wirth (1938–1940).
1940 wurde die Gesellschaft der Dachorganisation „Reichswerk Buch und Volk“ angegliedert, die der Reichsschrifttumskammer untergeordnet war. Die JPG löste sich damit als selbständige Institution auf. Im (ungetrübten) Nachruf auf Caselmann hieß es am 7.12.1948 „Dr. August Caselmann war 1925 der Gründer der ‚Deutschen Jean-Paul-Gesellschaft‘, die er vorbildlich leitete und zu weltgültiger Bedeutung führte . . .“ (Fränkische Presse).
Darüber gibt es auch keinen „Streit“, die bisher einzige Forschungsgrundlage ist für diesen Zeitraum die von der Jean-Paul-Gesellschaft in Auftrag gegebene MA-Arbeit zu Eduard Berend (Teil 2) von Hannah Knickmann im Jahrbuch der JPGes. 1995, auf die sich auch Hermann Glaser 2007 in seinem Jean Paul-Buch stützt.
Dieser Rückblick – vor allem, was die NS-Zeit 1933-1945 betrifft – gehört demnach für uns in Bayreuth zum Jean Paul-Jubiläum 2025, zum 100-jährigen Jubiläum der Jean-Paul-Gesellschaft, aber auch einfach zur Stadtgeschichte und zum „Aufmerksamkeits-Panorama“ eines künftigen NS-Dokuzentrums (im bisherigen Chamberlain-Haus) und eines kleinen IKG-Museums zur jüdischen Geschichte (in der Münzgasse 9).
NIE WIEDER! Denn in Planung ist ein
NS-Dokuzentrum im Ex-Chamberlain-Haus
In der Bayreuther Geschichtsforschung fanden sich zu dem Thema allerdings weder in der Presse noch in der Geschichtswerkstatt noch in der historischen Fachliteratur nennenswerte Rückblicke, sodass der „eklatante Fall“ auch nicht im Sammelband „Jüdisches Bayreuth“ (Ellwanger Verlag 2010) auftaucht. Den „blinden Fleck“ gilt es also – vor allem mit Blick auf ein künftiges NIE WIEDER!-NS-Dokuzentrum im Ex-Chamberlain-Haus – noch einmal „unter die Lupe zu nehmen“. Den Anstoß haben wir hierzu gegeben.
Mehr dazu beim Jean Paul-Jubiläum 1963.
Wiedergründung der Jean Paul Gesellschaft 1950
Laut Amtsgericht-Unterlagen wurde die Jean-Paul-Gesellschaft 1950 aber keineswegs „neu gegründet“. Laut Bayreuther Tagblatt vom 27. April wurde sie „wiedergegründet“,
d. h. man hat nach dem Tod der beiden letzten Vorsitzenden für den „Wiederanfang“ schlicht einen neuen Vorstand gewählt.
Nach den Angaben im Vereinsregister, das beim Amtsgericht Bayreuth geführt wird und dessen historische Einträge online zugänglich sind, besteht die JPG durchgehend seit 1925. (Registerportal | Startseite). Hier der Historische Auszug zur JPG. Anmerkung: „Aufgrund der Übertragung der Informationen aus den analogen Registerbänden ins Digitale finden sich für die Zeit vor 1968 nur zusammenfassende Informationen im Registerblatt. Wieviel Satzungsänderungen es zwischen 1925 und 1968 gab, geht daraus nicht hervor “.
Das anschließende 1. Hesperus-Heft der Jean-Paul-Gesellschaft von 1951 enthält außer Gedichten und kleineren Beiträgen zu Jean Paul keinerlei Rückblick oder Distanzierung, nur die Satzung, die nach wie vor auf der Satzung von 1925 basiert. Diese wurde über die Jahrzehnte bis heute fortgeschrieben. Kleine Änderungen an einzelnen § sind in der Amtsgericht-Bayreuth-Urkunde jeweils vermerkt und abgestempelt.
Theoretisch bleibt es also im Jean Paul-Jubiläumsjahr 2025 bei einem 100-jährigen Jubiläum der Jean-Paul-Gesellschaft, auch wenn es auf der Tagung in Bayreuth im Landratssaal der Regierung von Oberfranken (13.-15.11.2025) nicht „gefeiert“ wurde.
HIER der Link zur Satzung der Jean-Paul-Gesellschaft von 1950.

JPGes. im Vereinsregister Amtsgericht Bayreuth
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Und wie ging es nach der Emigration weiter mit Eduard Berend?

Mehr dazu unter www.tsurikrufn.de
Er blieb erst einmal in Genf und arbeitete unter schwierigsten finanziellen und persönlichen Bedingungen weiter an den Briefausgaben von Jean Paul und der wissenschaftlichen Arbeit am Werk. Emigration in die USA blieb weiterhin aussichtslos. Ohne Geld war es auch im zertrümmerten Deutschland nicht einfach zu leben. Und die Schweiz für „Reisetätigkeit“ verlassen bedeutete u.U. eine versperrte Rückkehr, denn sein Aufenthaltsstatus dort war nach wie vor nicht gesichert. Das galt auch für Reisen zur Wissenschaftlichen Akademie in Berlin, die 1946/47 den Kontakt zu ihm wieder aufnahm und ihm 1948 die Arbeit an der wissenschaftlichen Jean Paul-Ausgabe erneut übertrug.
1957 jedoch gelang es Bernhard Zeller, dem Leiter des Deutschen Literaturarchivs in Marbach, Eduard Berend (im Alter von 73 Jahren) und seinem umfangreichen Jean Paul-Archiv eine neue (und endgültige) Heimat zu geben. Seine „Gelehrtenklause im Dachstock des Museums“ wurde zu einer „der Herzkammern unseres großen Hauses“, dessen späten Neubau Eduard Berend noch miterleben durfte.
Eduard Berend selbst sprach kaum je über seine schwere Zeit vor und in der Emigration und die immerhin noch 12 kargen Jahre in Genf nach Kriegsende. Die (ab 1950 zahlreichen) Ehrungen nahm er in ihrer Ambivalenz anfangs noch kritisch auf. Aber die ab da kontinuierliche und erfolgreiche Arbeit an der wissenschaftlich-kritischen Jean Paul-Ausgabe und den Briefen, die wachsende Achtung in – auch internationalen – Fachkreisen, die vielen persönlichen Kontakte mit Gästen und Mitarbeitern des Literaturarchivs und seine eigenen Reisen schenkten ihm doch noch ein versöhnliches „Achtel“ Lebenszeit – wie Prof. Dr. Bernhard Zeller 1973 in seiner „Grabrede“ zu Eduard Berend anmerkte, der immerhin fast 90 Jahre alt wurde.
*Hanne Knickmann: Der Jean Paul-Forscher Eduard Berend (1883–1973). Ein Beitrag zur Geschichte der Germanistik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Teil I. In: JJPG 29 (1994), S. 7–91; Teil II. In: JJPG 30 (1995), S. 7–104).
*Meike G. Werner (Vanderbilt University, Nashville, USA): Eduard Berend (1883–1973) – Philologe, Deutscher, Jude. Mit Jean Paul ins Exil. 2013.
. . . ab 1966: Keine Hesperus-Hefte mehr, sondern (wissenschaftliche) Jahrbücher

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HIER der Link zur späteren Fachliteratur der Jean-Paul-Gesellschaft zu Eduard Berend und der Anfangszeit der Jean-Paul-Gesellschaft.
Im letzten Heft der von der Gesellschaft herausgegebenen „Hesperus-Blätter“ = Nr. 30, Dezember 1966 forderte Dr. Philipp Hausser aufgrund der schweren Verfehlungen der alten Jean-Paul-Gesellschaft gegenüber Dr. Eduard Berend einen Neuanfang. Die Zeit war reif.
Der Abschied von den Hesperus-Heften (Blätter der JPG) und die Begründung des Jahrbuchs der Jean-Paul-Gesellschaft im Jahr 1966 (mit dem Geleitwort Eduard Berends im ersten Band) erfolgte „in bewusster Distanzierung zur im Dritten Reich gleichgeschalteten Organisation.“ Die heutige Gesellschaft wie ihr Jahrbuch sind – der Professorin und Leiterin der Arbeitsstelle Jean-Paul-Edition an der Universität Würzburg, Prof. Dr. Barbara Hunfeld zufolge – „im Gegensatz zur Vorgängergesellschaft, mit den Wünschen Berends übereinstimmend wissenschaftlich orientiert“. Als eine Vereinigung von Jean-Paul-Freunden sieht die Jean-Paul-Gesellschaft seitdem ihre Hauptaufgabe nach eigenen Angaben darin, den Autor durch Lesungen, Vorträge und Veröffentlichungen in der gesellschaftlichen Wahrnehmung präsent zu halten und die literaturwissenschaftliche Forschung zu fördern. Die jährlichen Fachtagungen der JPG und das von ihr herausgegebene Jahrbuch wollen vor allem „Spiegel der aktuellen Jean-Paul-Forschung“ sein.
. . . ab 1999 Arbeitsstelle Jean-Paul-Edition
Helmut Pfotenhauer, der 1997 den Vorsitz der JPG übernahm, gründete 1999 an der Universität Würzburg die „Arbeitsstelle Jean-Paul-Edition“, an der eine neue historisch-kritische Ausgabe erarbeitet wird, die auch die Textgenese abbildet. Die Jean-Paul-Gesellschaft ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten
Die bisherigen Vorsitzenden der JPG waren bzw. sind: August Caselmann (1925–1937), Georg Regler (1937–1938), Johannes Wirth (1938–1940), Theodor Langenmaier (1950–1964), Kurt Wölfel (1966–1997), Helmut Pfotenhauer (1997–2007), Monika Schmitz-Emans (2007–2017) und Barbara Hunfeld (seit 2017).
Wissenschaftliche Aufarbeitung der Vergangenheit
„Es dauerte noch eine Weile, bis dann auch mit Recherche und kritischem Rückblick gründlicher begonnen wurde: . . . Zur Aufarbeitung der schändlichen Vergangenheit ihrer Vorgängerin und mit Blick auf das Leid des NS-Verfolgten Eduard Berend, zu dem die damalige Gesellschaft auf widerwärtige Weise beigetragen hat, publizierte die Jean-Paul-Gesellschaft in den Jahren 1994 und 1995 den von ihr in Auftrag gegebenen, einschlägigen, zweiteiligen Forschungsbeitrag von Hanne Knickmann, der vielfach rezipiert wurde“ – so Prof. Dr. Barbara Hunfeld, Vorsitzende der JPG anlässlich des Jean Paul-Jubiläum 2025
Dieser Beitrag liegt auch den Ausführungen von Prof. Hermann Glaser in seinem populären Buch Jean Paul. Auf den Spuren der Dichter und Denker durch Franken zugrunde, durch die (2007, S. 92ff) auch eine regionale Öffentlichkeit von diesem „braunen Fleck auf Bayreuth (und der JPG) Kenntnis erhielt.“
Welttext und Textwelten – Tagung der Jean-Paul-Gesellschaft in Bayreuth 2025
Die Jean-Paul-Gesellschaft lud für den 13. bis 15. November (DO bis SA) zu einer wissenschaftlichen Tagung mit dem Thema Welttext und Textwelten in den Landratssaal der Regierung von Oberfranken nach Bayreuth ein. Die Mitglieder waren auch zu der abendlichen Festveranstaltung am 14. 11. (Jean Pauls 200. Todestag) im Haus Wahnfried eingeladen. Die hochkarätig besetzte Tagung war gut besucht. Die Referate und Tagungsergebnisse werden – der Tradition entsprechend – im Jahrbuch der JPG gegen Ende des Folgejahres publiziert, diesmal also 2026.

Mehr dazu hier in dem ausführlichen PDF
Fotos: Karla Fohrbeck
Ein Tabu gibt es nicht, weder für die Jean-Paul-Gesellschaft & auch nicht (mehr) für Bayreuth
„Vor 100 Jahren wurde sie ins Leben gerufen, nach dem Zweiten Weltkrieg 1950 wiedergegründet. Ein Jubiläum wird nicht gefeiert. Wie geht die Jean-Paul-Gesellschaft mit ihrer Geschichte in der NS-Zeit um?“
So betitelte Ute Eschenbacher im Nordbayerischen Kurier vom 25.3.2025 ihren Beitrag zur Auftakt-Veranstaltung zum Jean Paul-Jubiläums-Jahr in der Regierung von Oberfranken und fuhr fort:
„Anlässlich seines 200. Todestages wird das ganze Jahr über ein umfangreiches Programm zur Erinnerung an den Dichter Jean Paul (links) angeboten. Karla Fohrbeck (rechts im Bild, am Rednerpult) hat das Jubiläumsjahr maßgeblich mit vorbereitet. Aber sie appellierte bereits beim Festakt zur Eröffnung des Jean-Paul-Jubiläumsjahres 2025 an die Stadt Bayreuth und die Jean-Paul-Gesellschaft, ihre NS-Vergangenheit zu thematisieren – und nicht unter einen Deckmantel des Schweigens zu hüllen.“
„Ein Tabu oder doch keines mehr?“, darüber gab es einige Diskussion, zum einen weil die Jean Paul Gesellschaft ihr eigenes 100-jähriges Jubiläum anlässlich der wissenschaftlichen Tagung damit nicht mehr „beflecken“ wollte. Zum anderen, weil auch in der städtischen Bayreuther Öffentlichkeit keiner mehr mit dieser „dunklen Vergangenheit“ zu tun haben wollte, obwohl derzeit ein NS-Dokuzentrum im ehemaligen Chamberlainhaus in Planung ist und ein kleines Museum zur Jüdischen Geschichte in Bayreuth im neueröffneten IKG-Kulturzentrum in der Münzgasse 9.
Mehr dazu beim Jubiläum der Jean-Paul-Gesellschaft 1963


















