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Bindlach (Gemeinde)

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Info-Box

Gemeinde Bindlach
Rathausplatz 1
95463 Bindlach
09208-664-0
gemeinde@bindlach.bayern.de
www.bindlach.de

Ca. 7.000 Einwohner, Landkreis Bayreuth

HIER der Link zur virtuellen Wanderung auf dem Jean Paul-Weg.
Bindlach gehört zur „Wegstrecke 8: Bad Berneck bis Bayreuth

Barocke Hof- & Hochkultur mitten im Dorf . . .

Unübersehbar ist die klassizistisch-barocke evangelische Bartholomäuskirche. Sie steht samt Friedhof mitten im Ort am Jean Paul-Weg, Kirchplatz 1-2, zwischen Bärenhalle und Rathaus und gehört zu den „10 Markgrafenkirchen in Bayern, die Sie sehen sollten“. Mai bis Oktober ist sie tagsüber geöffnet.
1766-1782 wurde sie als eine der prächtigsten (und damals teuersten) Markgrafenkirchen Oberfrankens erbaut.

Zwar typisch, aber in der Ausgestaltung einmalig sind der Kanzelaltar (mit Auge Gottes als Trinitätszeichen und Taborszene on top) und die eindrucksvolle Orgel auf der Empore gegenüber. Das Deckengemälde mit der Auferstehung Christi und den 11 individuell sehr verschiedenen Jüngern, die er hinterlässt wird von den 4 Evangelisten mit ihren Symbolen eingerahmt. Allegorische weiß-goldene Decken-Stuckaturen, kunstvollen Emporen sowie eine seltene bemalte hölzerne Taufschalen-Säule ergänzen den harmonischen und großzügigen Gesamteindruck im Inneren der Kirche.

Der auffallende 50 m hohe Turm mit dorischer, jonischer und korinthischer „Entwicklungsstufe“ und dem Roter Adler-Symbol auf der Spitze stammt von dem Bayreuther Hofarchitekten Carl Philipp von Gontard, der später bei Friedrich dem Großen in Potsdam, Schloss Sanscoucci und auf dem Gendarmenplatz in Berlin als „Stararchitekt“ tätig wurde.

Mehr dazu im Flyer Nr. 11 „Pfarrkirche St. Bartholomäus Bindlach“ Markgrafenkirchen e. V.

Fotos: Karla Fohrbeck

& Bauernhäuser aus Sandstein mit Fensterschürzen

Bindlach ist ein Ort mit besonders vielen solcher Beispiele, die Gottlob noch erhalten sind und zumeist auch restauriert wurden. Daher lohnt es sich, im Ortszentrum (um das Rathaus herum) und entlang der Dorfstraße ein wenig zu bummeln, um einige davon zu entdecken (Ampelkreuzung zurück Richtung Ortsausgang). Da es sich hier um eine Besonderheit handelt, erlaube ich mir als Redakteurin, aus der ebenfalls von mir verantworteten www.markgrafenkultur.de – barocke Schätze der Region einige Textauszüge samt Fotos aus dem dortigen Thema Fensterschürzen hier herüber zu nehmen. Denn:

Sandstein mit und ohne „Fensterschürzen-Motive“ ist als Baumaterial für die markgräflichen, adeligen und bürgerlichen „Hochkultur-Bauten“ in der Region kennzeichnend. Wegen Feuergefahr verordnete das Hofbauamt ab Mitte des 18. Jh. zumindest im Sockelbereich auch auf dem Lande Sandstein als Baumaterial an (das zudem aus den markgräflichen Sandsteinbrüchen bezogen werden musste).

Bis auch die Bauern im Umland etwas wohlhabender wurden und sich Sandsteinhäuser leisten konnten, durch die sie auch ein neues Selbstbewusstsein zum Ausdruck brachten, bedurfte es der preußischen Reformen und der Friedenszeiten nach den napoleonischen Kriegen unter der Herrschaft der Bayerischen Könige. Denn erst ab kurz vor 1800 bis 1860 lässt sich eine größere Formenvielfalt auch in der Fassadengestaltung bäuerlicher Sandsteinbauten beobachten und dabei fallen vor allem die sogenannten Fensterschürzen auf. Man suchte sich die Vorbilder nach wie vor in der markgräflichen Baukultur, in Bayreuth oder dem 1770/71 wieder aufgebauten Weidenberg mit seinen „Musterhäusern“. In den wenigen sesshaft gebliebenen Steinmetz- und Maurerfamilien war diese Kunst lebendig geblieben.

Im 19. Jh. kommen jetzt zunehmend Motive nach dem Geschmack der Landbevölkerung zum Tragen, die auch der Garten- sowie der textilen bürgerlichen Wohn- und Fensterkultur entnommen werden. Hierbei sind viele originelle und auch einmalige Einfälle zu entdecken.

Der Formenreichtum an Fensterschürzen-Motiven, der sich dem vergleichenden Blick auftut, lässt sich hier nur grob gliedern und andeuten. Und natürlich gibt es dabei phantasievolle Mischformen. Die meist klassisch nach unten gerundeten Brüstungsfelder werden mehr oder weniger üppig gefüllt, mit Glöckchen, Quasten, Kugeln oder Bommeln behängt, rechts und links von Tri- oder Diglyphen (drei- bzw. zweistäbig) oder Zweigen flankiert und unterhalb mit Blatt- oder Hopfenranken im Halb- oder Vollrelief ergänzt. Zwischen Bauerngarten und Bauernstube gab es genügend pflanzliche und textile „Vorlagen“, mit der sich jetzt die Fassadenkultur an den bäuerlichen Sandsteinhäusern anreichern ließ, eigenständiges Profil gewann und damit mehr und mehr von den barocken markgräflichen Vorbildern löst.

Fotos: Karla Fohrbeck

Bindlach – ein gastfreundlicher Ort (mit Geheimtipps fürs Umland)

Gastronomie . . .

Bindlach stellt mehr dar als nur einen kurzen Halt auf dem Jean Paul-Weg. Wer hier vorbeikommt, merkt schnell, dass dieser Ort mit seiner Mischung aus Tradition und Moderne dazu einlädt länger zu verweilen und die Umgebung zu erkunden. Zum Glück bietet Bindlach eine breite Palette an Restaurants. Im Ristorante & Pizzeria San Marino, direkt neben der Bärenhalle, erwarten Gäste knusprige Pizzen und duftende Pasta. Nur wenige Schritte entfernt, im Restaurant Papadopoulos (blaues Haus an der Hauptstraße) können sich die Besucher auf griechisches Ambiente freuen: warme Teller, große Portionen und der wohlbekannte Duft von Oregano und Knoblauch. Besonders erwähnenswert ist der Gasthof zum Oschenberg (schon 1 km weiter weg in Allersdorf), wo regionale fränkische Küche auf echte Wirtshauskultur trifft. Hier gibt es neben deftigen Braten und einem kühlen Bier im schattigen Hof auch die Möglichkeit zur Übernachtung in gemütlichen Gästezimmern.

. . . & Selbstversorgung im Ort

Auch für Selbstversorger ist Bindlach gut aufgestellt. Die Bäckereien Wagner, Becks Backstadl und das Backhaus Kutzer bieten frisches Brot und Gebäck an. Die Metzgerei Dünkel steht für Qualität aus der eigenen Herstellung. Eine kleine Eisdiele sowie Lidl, Edeka und Norma (alle am Ortsausgangs-Kreisel) decken den Bedarf an Lebensmitteln. Nicht zu vergessen ist das im Jahr 2025 neu eröffnete Berglädla TanteM am Bindlacher Berg – ein moderner Dorfladen mit Herz, regionalen Produkten und einem Hauch von Tante-Emma-Nostalgie.

Geheimtipps für Ausflüge ins Umland

Etwas abseits von Bindlach und dem Jean Paul-Weg gibt es in den umliegenden Ortsteilen ebenfalls kulinarische Highlights zu entdecken – zum Teil mit wunderbarer Aussicht auf die Höhenzüge des Fichtelgebirges (Auf der Theta und Opel’s Sonnenhof). Am Bindlacher Flugplatz kann man beim Italiener
On Top Pizza mit Aussicht genießen und hat den Blick auf die startenden Segelflieger inklusive. Bei den anderen drei Gaststätten wird exquisite regionale oberfränkische Küche angeboten. Opel’s Sonnenhof ist vor allem für seine riesigen Schnitzel bekannt. Das Landhaus Gräfenthal dafür, dass Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel bei den Bayreuther Festspielen dieses gerne besucht. Und der alte Sandstein-Bauernhof in Theta mit seinem großen Obstgarten unter anderem auch für eigenes Bier & fränkisches Brot, gegrillten Fisch & Flammkuchen (Saison allerdings nur von März bis Oktober).

Fotos zu Theta & Sonnenhof: Elisabeth Bär, Landhaus Gräfenthal: Fotos vom Eigentümer, On Top-Fotos: Karla Fohrbeck

Auf der Theta –
Gaststätte & Biergarten

Hochtheta 6, 95463 Bindlach
09208-65361
www.auf-der-theta.de

Opel’s Sonnenhof –
auf der Höhe von Pferch

Pferch 8, 95463 Bindlach
09208-65820
info@opels-sonnenhof.de
www.opels-sonnenhof.de

Landhaus Gräfenthal –
regionale Kulinarik

Obergräfenthal 7, 95463 Bindlach
09208-289
kontakt@landhaus-graefenthal.de
www.landhaus-graefenthal.de

On Top –
italien. Flugplatzrestaurant

Flugplatzstr. 2, 95463 Bindlach
09208-5709135
ontoprestaurant@gmail.com
www.ontop-flugplatzrestaurant.org

Übernachtungen – so kurz vor Bayreuth Mangelware

In der Ortsmitte gibt es kein Angebot. Aber etwa 1 km davon entfernt, in Allersdorf & direkt am Jean Paul-Weg (und zwar Richtung Oschenberg) liegt direkt an der Überquerung der Straße Oschenberg-Laineck-Kreisel der Traditions-Gasthof zum Oschenberg. Man trifft bei diesem Gasthof auf regionale fränkische Küche sowie „echte fränkische Wirtshauskultur.“ Allersdorfer Klöße und Braten allerdings nur am Wochenende. Hier gibt es neben einem kühlen Bier im schattigen Hof auch die Möglichkeit zur Übernachtung in gemütlichen Gästezimmern.

Allersdorf 13, 95463 Bindlach | 09208-8095 | www.gasthof-zum-oschenberg.de
(Siehe die Wegstrecke auf der Karte weiter unten)

Für alle, die es lieber modern und zentral mögen, ist das Transmar Travel Hotel eine gute Wahl. Es liegt verkehrsgünstig zwischen Bindlach und Bayreuth und an der A9, hat 115 freundlich eingerichtete Zimmer mit insgesamt 214 Betten (auch für Wanderer) und einen modernen Fitness- & Wellnessbereich. Jean Paul-Weg-Wanderer können es theoretisch zu Fuß erreichen, wenn sie der Hauptstraße im Ort Richtung Bayreuth folgen (Ampel am Rathausplatz, Kreisel an der Tankstelle, geradeaus bis zur nächsten Ampel – man sieht es zwar linkerhand, muss dann aber noch an der Ampel nach links abbiegen, an der Baywa vorbei und dann den Eingang von hinten finden). Für Autofahrer kein Problem.

Bühlstrasse 12, 95463 Bindlach | 09208-686-0 | www.transmarhotel.de

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Transmar Travel Hotel

Hotelrestaurant „Fichtelstüberl“

Jean Paul-Weg Führung

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